Dienstag, 25. August 2026

KW 35, Es geht wieder los

Montag
Endlich, die Ferienzeit ist vorbei und somit beginnt wieder das reguläre Training. Zwar fand auch Ferientraining statt, aber entweder war man selbst im Urlaub oder das Dojo blieb geschlossen, weil ein Teil des Teams beim Gasshuku in Füssen war Zusätzlich wurde die vergangene Woche genutzt, um das Dojo zu renovieren. Alles einmal raus, sämtliche Anbauten demontiert, Fenster und Spiegel abgeklebt, Putzarbeiten durchgeführt, Wände und Decken neu gestrichen, am Ende der Woche Matten, Anbauten usw. wieder rein. Wer Zeit hatte, kam vorbei und half, es waren von morgens bis abends immer Leute vor Ort.

Montag leitete Marc wieder mal das Training und somit wurde es entsprechend bunkailastig.

Vor der Spiegelwand, schnell und sauber:
- Oi Zuki, Age Uke, Soto Uke, Uchi Uke, Gedan Barai,

Mit Partner, P1 Schritt vor mit Angriffstechnik, dann Suri Ashi zurück. P2 aus Shizentai einen Schritt zurück bzw. seitlich raus mit Abwehrtechnik und wieder vor in Shizentai:
- Oi Zuki Jodan vs. Age Uke,
- Oi Zuki Chudan vs. Soto Uke,
- Oi Zuki Chudan vs. Uchi Uke,
- Mae Geri vs. Gedan Barai,
Mit dem Zurückgehen mit Suri Ashi von P1 hat man mit dem nächsten Schritt vor gleich einen Auslagenwechsel.
Wichtig: Die Kihon-Ausholbewegung bei den Abwehrtechniken war die erste Abwehr, der eigentliche Kihonblock übernahm den Zuki und leitete diesen weiter.
Die Schrittfolgen mussten schnell erfolgen. P1 ging mit seinem Angriff vor und mit dem Setzen des Fußes auch sofort wieder zurück. Druck aufbauen!

Weiter mit Partner:
- P1 vor YA Kizami Zuki, P2 zurück YA Te Nagashi Uke, Gyakuhand übernimmt und hält, Shuto Uke zum Hals,
- dynamisches vor und zurück in Kamae bei gleichbleibendem Abstand,
- Schieben und drücken im Clinch (beide jeweils eine Hand im Nacken, andere Hand auf dem Arm des Partners),
- Randori, eine Person greift an, andere verteidigt,

Der Dogi war endlich wieder nass, man war erschöpft und spürte sich wieder. Training is back!

Mittwoch
Nach ein paar Lauf- und Dehnungsübungen zur Erwärmung liefen wir
12x die Kata Tekki Shodan, wobei jeder Teilnehmer einmal die Zählzeiten vorgab.

Kihon vor der Spiegelwand:
- Aus Kamae Schritt zurück ZK Age Uke, Schritt vor Oi Zuki,
- Aus Kamae Schritt vor ZK Oi Zuki, Schritt zurück ZK Soto Uke,
Dann mit Gummiband um die Hüfte und Partner, welcher das Band auf Vorspannung hielt.

Kaeshi Ippon Kumite, also Angriff - Abwehr, gleicher Gegenangriff - Abwehr, Konter frei:
- Oi Zuki Jodan,
- Oi Zuki Chudan,
- Mae Geri,
- Yoko Geri Kekomi,
- Mawashi Geri,
- Ushiro Geri,

Danach ähnlich, jedoch den Gegenangriff in umgekehrter Reihenfolge: - Angriff mit Oi Zuki Jodan, Abwehr mit Age Uke, Gegenangriff mit Ushiro Geri, Abwehr z.B. Nagashi Uke, Konter, - Angriff mit Oi Zuki Chudan, Abwehr mit Soto Uke, Gegenangriff mit Mawashi Geri, ... ,

Freitag
Jonny kam gerade von einem Lehrgang eines japanischen Uni-Karate-Teams und so wurde auch sein Training am Freitag: sehr schnell, ohne wirkliche Pausen, kein Nachlassen, kraftvoll und wach sein bis zum Schluss.
Wir begannen mit  vielen Bahnen Kihon. Einzeltechniken oder kurze Kombinationen, aber Umsetzung wie im Kumite. Blitzschnelles vor und zurück, bei aufeinanderfolgenden Techniken beim Zwischenschritt den Fuß kaum richtig aufsetzen. Wie im Kumite schnell rein und sofort wieder raus.

Im zweiten Teil liefen wir alle gemeinsam die Katas Heian 1 - 5, jede Kata einmal gemeinsam mit Zählzeiten, dann jeder für sich. Aber immer 100 %. Mit dem Zurückgehen in Yoi nach der Kata blieben wir komplett im Zanshin, fokussiert und bereit und begannen dann sofort die nächste Kata, ohne Pausen. 

Danach liefen wir in kleineren Gruppen Katas auf Zuruf, wobei neben den Heian Katas auch noch Bassai Dai, Kanku Dai und Empi hinzukamen.

Zuletzt war dann noch Kumite dran, beide Partner im Jiyu Kamae:
- P1 und P2 gehen dynamisch einen Schritt aufeinander zu, klatschen mit der jeweils vorderen Hand ab und gehen den Schritt sofort wieder zurück. Also wieder wettkampfartig rein-raus. Die Gyakuhand deute dabei beim Abklatschen schon den Gyaku Zuki an, entsprechende Arbeit mit der Hüfte.
- danach dann beim Vorgehen ein Partner mit Gyaku Zuki, sofort wieder raus,
- P1 mit Vorwärtsbewegung, P2 kommt mit Gyaku Zuki im Beginn der Bewegung von P1 (Sen no Sen),
- schneller werden, bis P2 mit Gyaku Zuki kommt, wenn Vorwärtsbewegung von P1 noch nicht wirklich begonnen hat (Sen Sen no Sen),

Sehr forderndes Training mit kontinuierlichem Druck, nicht nachlassen, sondern eher in die nächste Technik noch mehr Kraft reinzulegen.

Mittwoch, 12. August 2026

KW 33, Ferientraining und wieder ein Zeh

Montag,
Partnerübungen zur Erwärmung:
1.
Beide in dynamischem Jiyu Kamae zueinander, bewegen sich im Raum und müssen dabei den Abstand beibehalten.
2.
Beide haben die rechte Hand im Nacken des Partners, die andere Hand hält den Arm des Partners im Bereich der Armbeuge.
Mit Schub und Zug versucht man nun den Partner zu bewegen und zu dominieren. Zwischendurch Armwechsel.
3.
Wie zuvor, aber zwischendurch löst immer eine Person seinen Griff und holt  zu einem Schwinger aus, welcher vom anderen Partner oberhalb des Ellenbogens geblockt wird. Um den Partner zusätzlich abzulenken, wird immer wieder zum Schienbein getreten.

Danach ein paar Dehnungsübungen allein und zu zweit.

Ein paar
1.
Aus ZK Kamae, jeweils mit Schritt vor: Mae Geri, Yoko Geri Keage, Yoko Geri Kekomi, Mawashi Geri, Ushiro Geri, Uraken / Gyaku Zuki, Sprungwechsel Uraken / Gyaku Zuki,
Dann mit passivem Partner, welcher jeweils nur schrittweise zurückging.
Zuerst etwas langsamer und sauber, dann schneller und Druck zum Partner aufbauen. Zuletzt versuchen, mit jedem Tritt den Partner zu überlaufen.

2.
YA Kizami Zuki, hinteren Fuß etwas heranziehen und den Schritt verkürzen. Dann den vorderen Fuß nach hinten setzen, also einen Schritt zurück.
Dann das Gleiche mit Gyaku Zuki.
Nun P1 mit beiden Kombis zu anderem Partner, dann beide Partner gleichzeitig zueinander:
P1 mit YA Kizami Zuki zu P2, Schritt verkürzen, Schritt zurück.
Gleichzeitig P2 mit YA Gyaku Zuki zu P1, Schritt verkürzen, Schritt zurück.
Dann beide gleichzeitig die jeweils die andere Technik.
Ständiger Wechsel, immer hin und her.

3.
P1 steht links vor in Kamae, dann rechts Schritt vor Oi Zuki Chudan, P2 aus Shizentai links Schritt zurück und Soto Uke mit rechts, dann reindrehen und Ushiro Empi Uchi zum Partner.

4.
Beide stehen links vor in Kamae. P1 mit YA vor Kizami Zuki.
P2 Gyaku Te Nagashi Uke, anderer Arm übernimmt zu Age Uke, Rippenseite von P1 nun offen für gyakuseitigen Stoss von P2 in die Rippen.

5.
Beide stehen links vor in Kamae. P1 mit YA vor Kizami Zuki.
P1 vor YA Kizami Zuki,
P2 zurück YA Te Nagashi Uke, andere Hand übernimmt und hält bzw. greift Arm oder Ärmel von P1, mit Oi-seitigem Unterarm Schlag gegen Hals von P1

Ach ja, bei der ersten Erwärmungsübung bin ich in der Vorwärtsbewegung mit einem Zeh an den Matten hängen geblieben und spürte einen stechenden Schmerz.
Zwar habe ich das Training mit getapten Zeh durchgezogen, aber kaum zu Hause angekommen, konnte man es schon erkennen... der nächste Zehbruch.

Mittwoch
Kurz war die Überlegung da, dem gebrochenen Zeh etwas Ruhe zugeben, aber wenn schon Training angeboten wird, muss man einfach hin. Also ordentlich Tape rauf, mit den Nachbarzehen verbunden und hoffen, dass kein Stoß von vorne kommt.
Wie schon am Montag gab Marc wieder das Training und passenderweise setzten wir das Training entsprechend fort.
Zur Erwärmung gab es mit Partner viel Handgemenge. Beide stehen recht eng, beide das rechte oder beide das linke Bein vor.
P1 Kizami Zuki / Gyaku Te Nagashi Uke, P2 Gyaku Te Nagashi Uke / Kizami Zuki, dann umgekehrt. Zwischendurch Auslagenwechsel, indem direkt nach dem Kizami Zuki mit der gleichen Hand Te Nagashi Uke ausgeführt wird.
Danach diverse schnelle Wechsel: eine Hand Zuki, der Abwehrende Te Nagashi Uke, der andere Arm übernimmt und führt die Abwehrbewegung fort, andere Hand Zuki.
So konnten wir verschiedene Kombinationen aus den Heian-Katas trainieren und die Bewegungen dann für den Einsatz auf der Straße.
Das heißt, weniger gerade Zuki, sondern eher Schwinger; statt Te Nagashi Uke mit Unterarm bzw. Ellenbogen in den Block und zum Kopf des Gegners.
Ebend ein Training, welches wir von Marc kennen!

Danach liefen wir mehrmals erst die Heian-Katas, dann die Jion. Unter Marcs prüfendem Blick wurde korrigiert und wiederholt, bis der Sensei zufrieden war.
Und wir auch, denn was gibt es besseres, als erfolgreich trainiert zu haben.

Dienstag, 4. August 2026

300 Posts - Und ein paar Gedanken

Sechseinhalb Jahre ist dieser Blog nun schon mein digitaler Wegbegleiter und letztes Wochenende veröffentlichte ich hier inzwischen meinen 300. Blogpost. Mal wieder Zeit für ein paar Gedanken.
Als ich mich im Januar 2020 dazu entschied, meine Trainingsnotizen nicht mehr nur in ein gebundenes Notizbuch zu schreiben, sondern online zu stellen, hätte ich mir niemals diesen Umfang vorgestellt.
300 Posts sind nicht nur 300 Veröffentlichungen, es sind eher Kapitel, welche meistens für eine Trainingswoche oder einen Lehrgang stehen und mehrmals mit den einzelnen Trainings- und Lehrgangstagen erweitert werden.
Das Blogschreiben selbst ist natürlich schon aufwendiger als meine früheren, ins Buch gekritzelten Notizen, welche einzig und allein für mich waren. Indem ich es online stelle, versuche ich es verständlicher und nachvollziehbarer zu beschreiben, was entsprechend Zeit in Anspruch nimmt. Aber ich ziehe es durch und setze mich zeitnah nach den Trainings hin, um die Abläufe und Erlebnisse aufzuschreiben. Egal wie spät es ist oder wie müde ich bin, es gehört für mich zu meinem Training dazu.

Fast ein Jahr trainiere ich nun schon im Tonbo Dojo und bin sehr froh, diesen Schritt gegangen zu sein, denn es war definitiv ein Schritt nach vorn.
Mit dem Wechsel zum Tonbo Dojo hat sich natürlich auch mein Training verändert. Nach wie vor versuche ich dreimal pro Woche zu trainieren, aber die Intensität hat stark zugenommen. In der Braun-Schwarzgurt-Gruppe trainiert man inmitten von sehr guten Karatekas, von denen nicht wenige regelmäßig an Wettkämpfen teilnehmen und zum Teil sogar dem Kaderteam des DJKB angehören. Und das spürt man in allen Bereichen, aber vor allem im Kumite. Wie dynamisch, kraftvoll und schnell hier vorgegangen wird, kannte ich zuvor nur von anderen wettkampforientierten Vereinen, meistens von Lehrgängen. Es hat etwas Zeit gebraucht, aber inzwischen bin ich angekommen, mag Dojo, Team und Training und fühle mich einfach nur wohl.
Meine Lehrgangsbesuche sind aktuell etwas weniger geworden. Einerseits gibt mir das wöchentliche Training sehr viele neue Inputs, an welchen ich arbeiten kann und muss, andererseits passt nicht jeder Lehrgang zum Familienkalender. Aber ab September stehen noch einige Veranstaltungen an und auf diese freue ich mich auch schon. 

Ansonsten bleibt mir nur, mich bei den Lesern zu bedanken, welche meinen Blog und meinen Weg begleiten und denkt an die Worte von Jan Steklý Sensei von meinem letzten Lehrgang in Forst:
"Don't just do Karate, study Karate!"
DANKE!

Sonntag, 2. August 2026

KW 31, Ferientraining

Mittwoch
Zur Erwärmung begannen wir mit Sprintübungen mit Spielkarten:
Auf die andere Seite laufen, auf dem Weg drei Liegestütze. Auf der anderen Seite sind auf dem Boden verteilte, verdeckt liegende Spielkarten. Eine Karte aufdecken, ist es die zugeteilte Karte mit dieser zurücklaufen. Ist es nicht die zugeteilte Farbe, die Karte wieder verdeckt hinlegen und ohne zurücklaufen. Welches Team zuerst alle zugeteilten Karten auf seiner Seite hat, hat gewonnen.
Danach mit erschwerten Bedingungen: bei den verdeckten Karten sind welche mit einem X, wird diese gezogen legt sich der Läufer auf den Rücken und muss von zwei anderen aus dem Team zurückgetragen werden.

Hauptthema im Training war dann Randori, wechselseitig, aus dynamischer Bewegung heraus:
- sehr langsam,
- schneller als zuvor,
- vor Angriff mit einer Hand Boden berühren,
- mit einer Fußtechnik beginnend,
- vor Angriff mit einer Hand stören,

Dazwischen Übungen, auch wieder mit Partner, für schnelle Reaktionen:

1. Beide bewegen sich in Kamae dynamisch, ein Partner geht plötzlich leicht vor mit zur Seite gestreckten Armen, Partner greift mit Gyaku Zuki an,

2. P1 wedelt in Kreisbewegungen mit Gürtel in der Hand:
- horizontal auf Kopfhöhe: P2 duckt sich runter,
- horizontal auf Gedanhöhe: P2 springt hoch,
- vertikal zum Körper, P2 geht seitlich raus,
und greift danach jeweils umgehend zu P1 an,

3. P1 in Kamae, P2 steht dahinter und tippt P1 an verschiedenen Körperstellen an:
- Schulter des vorderen Arms: P1 Kizami Zuki,
- Schulter des hinteren Arms: P1 überlaufener Gyaku Zuki,
- hinterer Oberschenkel des vorderen Beins: Kizami Mawashi Geri,
- hinterer Oberschenkel des hinteren Beins: Mae Geri,
- auf Rücken: Gyaku Zuki,

4. Wechselseitig einen Tennisball zuwerfen etwas weiter als über die seitliche Armlänge, so dass der Partner sich stark strecken muss, um den Ball zu fangen. Erst aus 2m Abstand, dann aus 1m Abstand zueinander.

5. Ein Partner mit 2 Handpratzen: Immer eine Pratze zeigt irgendwo hin, der andere Partner muss blitzschnell zu dieser Pratze angreifen: Kizami Zuki, überlaufener Gyaku Zuki, Gyaku Zuki, Kizami Mawashi Ger, Mae Geri.

Zum Abschluss noch einmal Randori ganz normal: schnelle Reaktion mit Zanshin, alle Techniken sind erlaubt, 2er und 3er Kombinationen, Ashi Barai.