Donnerstag, 9. Juli 2026

KW 28, Arbeitshöhe und Druck nach vorn

Montag
Im Shotokan-Karate bewegen wir uns generell recht tief und damit es bei aufeinanderfolgenden Bewegungen in Kihon, Kata und Kumite kein auf und ab gibt, trainierten wir am Montag die richtige "Arbeitshöhe".
Wir begannen mit der Bewegegung in den tiefen Stand. Dabei gingen wir nicht erst runter und dann vor oder zurück in den Schritt, aber auch nicht diagonal nach unten. Die optimale Bewegung ist eher exponentiell fallend, also als Kurve zu sehen.
Dieses trainierten wir durch wiederholende Bewegung aus Shizentai in Zenkutsu Dachi und Kokutsu Dachi. Anschließend gingen wir jeweils 10x aus Yoi in den ersten Stand aller Heian-Katas.

Weiter mit dem Verbleib in der Höhe in der Bewegung.
In der Vorwärtsbewegung im Zenkutsu Dachi hilft das über dem Fußspann stehende Knie. Würde man nun einfach nachgeben, fällt man ganz ohne Krafteinsatz nach vorn. Zieht man nun das hintere Bein an und drückt sich mit dem Standbein nach vorn. Für die Rückwärtsbewegung zieht man das vordere Bein heran und drückt sich mit dem Standbein nach hinten ab, aufgrund der Schwerkraft bleibt man unten.
Wichtig: die Knie bleiben gebeugt, damit man in der Bewegung nicht aufsteht!
Dazu liefen wir viele Bahnen in Zenkutsu Dachi und Kokutsu Dachi, unter anderem mit einer Gewichtsscheibe in nach vorn ausgestreckten Händen.
Am Ende liefen wir mehrmals die Kata Heian Shodan mit Fokus auf die Lerninhalte dieser Trainingseinheit 

 
Mittwoch
Das große Thema dieses Trainings war sen no sen. Der Verteidiger erkennt den Moment des Angriffs und ergreift die Initiative und kommt dem Angriff zuvor. 
 
Beide Partner in kurzem Abstand gegenüberstehend in Kamae:
- vor YA Kizami Zuki, 
- abwechselnd mit vorderer Hand stören, sofort Ushiro Geri,
- immer abwechseln P1 2x Schritt vor Gyaku Zuki, P2 geht beide Schritte passiv zurück,
 
Beide in dynamischem Jiyu Kamae einander gegenüberstehend:
- P1 vor YA Kizami Zuki, P2 YA zurück Te Nagashi Uke,
- P1 vor YA Kizami Zuki, P2 Gyaku Zuki, 
- P1 angedeuteter Kizami Zuki mit YA, P2 Gyaku Zuki, P1 hinteren Fuß heransetzen, mit vorderem Fuß Mawashi Geri, P2 YA Kizami Zui / Gyaku Zuki,
Wichtig: Der Kizami Zuki kommt mit dem Vorschieben des vorderen Fußes, mit welchem die Distanz verkürzt wird und nach dem Zuki die Faust wieder in Hikite zurückgerissen wird, wodurch der Körper wie durch ein Gummiband in den Gegner katapultiert werden kann.
 
Dazwischen immer wieder Randori, abwechselndes hin und her, mit sauberen geradlinigen Techniken.
 
Mit Partner und Gummiband, P2 geht hinter P1 mit, Gummi dauerhaft auf Vorspannung, P1 geht bahnweise vor:
- Oi Zuki,
- Gyaku Zuki,
- Mae Geri,
- Kizami Zuki / Gyaku Zuki, 
- überlaufener Gyaku Zuki,
- Gyaku Zuki, Gyaku Zuki,
 
Danach noch ein paar Bahnen Kumite, P1 schnell vor, P2 zurück mit Abwehrtechnik, Angreifer sollte immer versuchen mit seinem Angriff in den Verteidiger zu gehen.

Dienstag, 7. Juli 2026

Lehrgang mit Jan Steklý - Karate is easy

Freitag wurde etwas früher Feierabend gemacht, denn Frank (ebenfalls vom Tonbo Dojo) und ich fuhren zum Lehrgang nach Forst (Lausitz) mit dem tschechischen JKA-Chief-Instructor Jan Steklý.
Da Tonbo Dojo und der gastgebende SV Alemania Forst freundschaftlich verbunden sind, ist es immer ein herzliches Zusammentreffen, was ich seit meinem Beitritt zum Tonbo-Dojo schon häufiger miterleben durfte.
Nach einem ersten Einführungstraining am späteren Nachmittag, welches für alle Graduierungen offen war, ging es anschließend zusammen mit dem Sensei in ein Restaurant und ließen den ersten Tag in netter Runde ausklingen, bevor wir in unsere Unterkunft zu Thomas und seiner Familie nach Hause fuhren. Danke nochmals für eure Gastfreundschaft.
Am Samstag gab jeweils zwei Einheiten für 9.-7. Kyu und zwei Einheiten für 6. Kyu bis Dan und so nutzten wir die Gelegenheit und nahmen an allen Trainings teil.
Für die unteren Kyu-Grade lag der Lehrgangsschwerpunkt auf der Kata Heian Nidan, bei den Trainings für die höheren Graduierungen stand die Kata Gankaku im Mittelpunkt. Wir liefen viele einzelne Techniken und kleine Kombinationen im Kihon, erarbeiteten uns die Katas Stück für Stück und trainierten einzelne Technikfolgen im Kumite mit Partnern. 

Der Sensei sagte an, beobachtete, korrigierte uns und zeigt sehr anschaulich, wie wir es besser machen können. Besonderheiten der einzelnen Stände und Fußstellungen sowie die Auswirkungen bei schon kleinen Abweichungen, wie durch Gewichtsverlagerung ein Schritt schneller wird, direkte Ausholbewegungen für schnellere Drehungen, die Wichtigkeit von tretendem Bein und unterstützendem Standbein und der richtige Fokus auf das Ziel waren nur ein paar der Punkte, welche Jan Steklý immer wieder erklärte, vorzeigte und mit uns trainierte.
Ein sehr intensiver Lehrgang, in welchem wir einerseits die Katas ein großes Stück mehr verstehen lernten und andererseits der Sensei uns mit vielen wertvollen Hinweisen sein Verständnis von Karate näher brachte.
Dazu gehörte zum einen seine Devise "Karate is easy", was er uns immer wieder an verschiedensten Beispielen zeigte, andererseits auch sein Leitspruch "Don't just do Karate, study Karate!"
Im Karate sind es oft schon Kleinigkeiten, welche eine Technik erfolgreich machen. Nicht nur anschauen und nachmachen, sondern verstehen, hinterfragen, optimieren, erarbeiten und trainieren. Budo ist ein Weg.
Danke Sensei für diese erlebnisreiche Wochenende. Ossu






Donnerstag, 2. Juli 2026

KW 27, Im Dojo bleibt es heiß

Montag
Nach 20 Minuten Erwärmung und Dehnung waren zunächst die Heian-Katas und Tekki Shodan dran. Wir liefen alle Katas gemeinsam, immer eine andere Person sagte an:

"Musubi Dachi", "Rei" mit Verbeugung, "Kata xxx", "Yoi" mit Ausgangsstellung für die jeweilige Kata, Kata laufen mit entsprechenden Zählzeiten, "Rei" Verbeugung, "Yame",

Zur Entspannung, die Temperaturen waren noch nicht wirklich wieder trainingsfreundlich, liefen wir etwas Kumite. P1 mit Yori Ashi vor Kizami Zuki, P2 YA zurück mit Te Nagashi Uke. Ein paar Bahnen mit Richtungswechsel.

Danach weiter mit Jion und der nächsten Prüfungskata, letztere liefen wir gruppenweise. Abschließend zeigte jede Gruppe ihre Kata entsprechend der Wettkampfordnung vor den Augen der anderen Teilnehmer.

Mittwoch
Zuerst mit Antje eine 40-minütige schweißtreibende Erwärmung mit vielen Aspekten aus dem Yoga (ich glaube ich mag Yoga nicht), dann weiter mit Jonny und dem eigentlichen Karate-Training. Obwohl das auch nicht richtig ausgedrückt ist, denn eine gute Erwärmungs- und Dehnungsarbeit sollte Bestandteil eines jeden Karatetrainings sein.

Es waren alle Heian-Katas dran. Erst geinsam mit Zählzeiten, danach jeder für sich mit mindestens 80%, aber vor allem deutliche und saubere Bewegungen, Techniken und Stände.

Nach jeder Kata war bahnweise Jiyu-Kumite-Training dran. Beginnend aus Jiyu Kamae mit dynamischem Stand auf den Fußballen schnell vor:
- Kizami Zuki,
- Gyaku Zuki,
- Kizami Zuki / Gyaku Zuki,
- Kizami Zuki / Gyaku Zuki, Kizami Zuki / Gyaku Zuki,
- Gyaku Zuki, Gyaku Zuki / Gyaku Zuki, Kizami Zuki / Tritttechnik,
- Gyaku Zuki / Gyaku Zuki, Gyaku Zuki, Kizami Zuki / Tritttechnik,
Im Stand blitzschnelle Wiederholungen bis "Stopp"-Kommando kommt:
- Kizami Zuki,
- Kizami Zuki / Gyaku Zuki,
- Kizami Zuki / Kizami Zuki / Gyaku Zuki,

Jonny ist Wettkämpfer und legt besonderen Wert auf kraftvolles und schnelles Vorgehen. Immer nochmal wurden die Kombinationen wiederholt und immer wieder heizte er uns an, noch mehr aus uns herauszuholen. Bei den aktuellen Temperaturen echt eine Qual, aber auch richtig gut...