"Gibt es Wünsche für das Training?" fragte Thomas zu Beginn und es kamen gleich diverse Vorschläge wie Jiyu Ippon Kumite, Yoko Geri und Kata. Wenn in einer Erwachsenentrainingsgruppe zwischen orangen und schwarzen Gürteln die Teilnehmer sich auch selbst einschätzen können, was verbessert werden kann, macht es einfach Spass.
Nach den obligatorischen Erwärmungs- und Dehnungsübungen ging es mit etwas Kihon weiter. Dazu wurden je nach Graduierung verschiedene Kombinationen angesagt, welche wir bahnweise 4x bis 5x wiederholten.
Anschließend war dann Kumite dran:
- Kihon Ippon Kumite,
- Kaeshi Ippon Kumite,
Oi Zuki Jodan, Oi Zuki Chudan, Mae Geri, Yoko Geri, Mawashi Geri,
- Jiyu Ippon Kumite,
Kizami Zuki, Oi Zuki Jodan, Oi Zuki Chudan, Mae Geri, Yoko Geri, Mawashi Geri, Ushiro Geri,
Den Gegner anschauen, beobachten, bereit sein - Zanshin eben. Und nun kommt es daraof an: welchen Block wende ich an, zu welcher Seite geht man raus, mit welcher Technik kontere ich? Damit diese Kette funktioniert, sollte ich vorher wissen, wenn man nach rechts oder links rausgeht, dann bieten sich bestimmte Körperbereiche an, zu denen man mit bestimmten Techniken kontern kann. Dieses Zusammenspiel muss funktionieren, denn man hat im Kumite kaum Zeit, darüber nachzudenken. Das heißt nicht, dass jeder Konter auch in diesem Moment funktioniert, aber zu 90% sollte er es. War der Block nicht optimal, ist man zu weit zurückgegangen, ist der Gegner zu nah gekommen, kommt man mit dem Konter nicht richtig ran, ist der Bereich des Gegners nicht wirklich frei. Es gibt viele Dinge, welche Einfluss haben, aber das meiste kann man trainieren und ein paar Prozent Glück und Pech gehören auch dazu.
Mittwoch
Beginn mit Kata:
- Heian 1 -5,
- Tekki Shodan,
Jede Kata wurde von einer anderen Person gezählt. Nicht schnell, aber dafür den Fokus auf die Punkte setzen, welche in den letzten Wochen vermehrt trainiert wurden, wie z.B. Hüfte beim Wechsel zwischen Block- und Angriffstechnik (besonders im Kokutsu Dachi).
Im Kumitetraining ging es hauptsächlich um den überlaufenen Gyaku Zuki.
1.
Beide Partner stehen sich in Kamae gegenüber. Mit der vorderen Hand wird ein- bis zweimal "gestört", heißt die vordere Hand des Partners wird etwas nach außen geschlagen, wodurch der Partner abgelenkt wird. Nun wird mit der Gyaku-Hand die vordere Hand des Partners nach innen geschlagen und sofort mit der Oi-seitigen-Hand übernommen und zum Körper des Partners gedrückt. Die Gyaku-Hand stieß nun mit Zuki Jodan vor.
2.
Die vordere Hand "stört", die Gyaku-Hand drückt die vordere Hand des Partners nach innen und der Angreifer nutzt die nun freie Seite und tritt mit Mawashi Geri auf Gürtelhöhe. Dabei das Knie so anreiße und eindrehen, dass es schon bis zur Körpermitte des Partners zeigt. Dann den Unterschenkel schnappen lassen. Smoit kann man sicher sein, dass auch bei leichter Seitwärtsbewegung des Partners der Tritt trifft, bewegt er sich nicht, geht der Tritt (theoretisch) durch.
3.
Wie 1., nur dass nach dem Zuki der Gyaku-seitige Fuß leicht nach außen gestellt wird, die zuvor nach innen gedrückte Hand mit "schwerer" Hand wieder nach außen gedrückt wird und man mit Mawashi Geri zur jetzt wieder offenen Seite des Partners tritt.
Wichtig: vor dem Tritt die Hand/Handgelenk des Gegners nicht greifen oder festhalten. Dadurch würde man den Gegner eher heranziehen und und man sich selbst einem Zuki des Gegners ausliefern.
Zum Ende waren dann wieder die Kommandos 1 bis 4 dran und so langsam ist man ganz gut drin.
Der passive Partner sagte die Kommandos an und ging auf Abstand mit, der Ausführende musste dranbleiben und treffen:
"Ichi" -> YA Gyaku Zuki,
"Ni" -> YA Kizami Zuki,
"San" -> Gyaku Zuki Jodan, Gyaku Zuki Jodan,
"Shi" -> überlaufener Gyaku Zuki wie zuvor trainiert,
Mehrere Bahnen und sich immer wieder verbessern.
Nach dem Training wurde dann noch bei dem ein oder anderen Kaltgetränk in entspannter Runde auf einen Geburtstag angestoßen.









