Dienstag, 4. August 2026

300 Posts - Und ein paar Gedanken

Sechseinhalb Jahre ist dieser Blog nun schon mein digitaler Wegbegleiter und letztes Wochenende veröffentlichte ich hier inzwischen meinen 300. Blogpost. Mal wieder Zeit für ein paar Gedanken.
Als ich mich im Januar 2020 dazu entschied, meine Trainingsnotizen nicht mehr nur in ein gebundenes Notizbuch zu schreiben, sondern online zu stellen, hätte ich mir niemals diesen Umfang vorgestellt.
300 Posts sind nicht nur 300 Veröffentlichungen, es sind eher Kapitel, welche meistens für eine Trainingswoche oder einen Lehrgang stehen und mehrmals mit den einzelnen Trainings- und Lehrgangstagen erweitert werden.
Das Blogschreiben selbst ist natürlich schon aufwendiger als meine früheren, ins Buch gekritzelten Notizen, welche einzig und allein für mich waren. Indem ich es online stelle, versuche ich es verständlicher und nachvollziehbarer zu beschreiben, was entsprechend Zeit in Anspruch nimmt. Aber ich ziehe es durch und setze mich zeitnah nach den Trainings hin, um die Abläufe und Erlebnisse aufzuschreiben. Egal wie spät es ist oder wie müde ich bin, es gehört für mich zu meinem Training dazu.

Fast ein Jahr trainiere ich nun schon im Tonbo Dojo und bin sehr froh, diesen Schritt gegangen zu sein, denn es war definitiv ein Schritt nach vorn.
Mit dem Wechsel zum Tonbo Dojo hat sich natürlich auch mein Training verändert. Nach wie vor versuche ich dreimal pro Woche zu trainieren, aber die Intensität hat stark zugenommen. In der Braun-Schwarzgurt-Gruppe trainiert man inmitten von sehr guten Karatekas, von denen nicht wenige regelmäßig an Wettkämpfen teilnehmen und zum Teil sogar dem Kaderteam des DJKB angehören. Und das spürt man in allen Bereichen, aber vor allem im Kumite. Wie dynamisch, kraftvoll und schnell hier vorgegangen wird, kannte ich zuvor nur von anderen wettkampforientierten Vereinen, meistens von Lehrgängen. Es hat etwas Zeit gebraucht, aber inzwischen bin ich angekommen, mag Dojo, Team und Training und fühle mich einfach nur wohl.
Meine Lehrgangsbesuche sind aktuell etwas weniger geworden. Einerseits gibt mir das wöchentliche Training sehr viele neue Inputs, an welchen ich arbeiten kann und muss, andererseits passt nicht jeder Lehrgang zum Familienkalender. Aber ab September stehen noch einige Veranstaltungen an und auf diese freue ich mich auch schon. 

Ansonsten bleibt mir nur, mich bei den Lesern zu bedanken, welche meinen Blog und meinen Weg begleiten und denkt an die Worte von Jan Steklý Sensei von meinem letzten Lehrgang in Forst:
"Don't just do Karate, study Karate!"
DANKE!

Sonntag, 2. August 2026

KW 31, Ferientraining

Mittwoch
Zur Erwärmung begannen wir mit Sprintübungen mit Spielkarten:
Auf die andere Seite laufen, auf dem Weg drei Liegestütze. Auf der anderen Seite sind auf dem Boden verteilte, verdeckt liegende Spielkarten. Eine Karte aufdecken, ist es die zugeteilte Karte mit dieser zurücklaufen. Ist es nicht die zugeteilte Farbe, die Karte wieder verdeckt hinlegen und ohne zurücklaufen. Welches Team zuerst alle zugeteilten Karten auf seiner Seite hat, hat gewonnen.
Danach mit erschwerten Bedingungen: bei den verdeckten Karten sind welche mit einem X, wird diese gezogen legt sich der Läufer auf den Rücken und muss von zwei anderen aus dem Team zurückgetragen werden.

Hauptthema im Training war dann Randori, wechselseitig, aus dynamischer Bewegung heraus:
- sehr langsam,
- schneller als zuvor,
- vor Angriff mit einer Hand Boden berühren,
- mit einer Fußtechnik beginnend,
- vor Angriff mit einer Hand stören,

Dazwischen Übungen, auch wieder mit Partner, für schnelle Reaktionen:

1. Beide bewegen sich in Kamae dynamisch, ein Partner geht plötzlich leicht vor mit zur Seite gestreckten Armen, Partner greift mit Gyaku Zuki an,

2. P1 wedelt in Kreisbewegungen mit Gürtel in der Hand:
- horizontal auf Kopfhöhe: P2 duckt sich runter,
- horizontal auf Gedanhöhe: P2 springt hoch,
- vertikal zum Körper, P2 geht seitlich raus,
und greift danach jeweils umgehend zu P1 an,

3. P1 in Kamae, P2 steht dahinter und tippt P1 an verschiedenen Körperstellen an:
- Schulter des vorderen Arms: P1 Kizami Zuki,
- Schulter des hinteren Arms: P1 überlaufener Gyaku Zuki,
- hinterer Oberschenkel des vorderen Beins: Kizami Mawashi Geri,
- hinterer Oberschenkel des hinteren Beins: Mae Geri,
- auf Rücken: Gyaku Zuki,

4. Wechselseitig einen Tennisball zuwerfen etwas weiter als über die seitliche Armlänge, so dass der Partner sich stark strecken muss, um den Ball zu fangen. Erst aus 2m Abstand, dann aus 1m Abstand zueinander.

5. Ein Partner mit 2 Handpratzen: Immer eine Pratze zeigt irgendwo hin, der andere Partner muss blitzschnell zu dieser Pratze angreifen: Kizami Zuki, überlaufener Gyaku Zuki, Gyaku Zuki, Kizami Mawashi Ger, Mae Geri.

Zum Abschluss noch einmal Randori ganz normal: schnelle Reaktion mit Zanshin, alle Techniken sind erlaubt, 2er und 3er Kombinationen, Ashi Barai.


Donnerstag, 9. Juli 2026

KW 28, Arbeitshöhe und Druck nach vorn

Montag
Im Shotokan-Karate bewegen wir uns generell recht tief und damit es bei aufeinanderfolgenden Bewegungen in Kihon, Kata und Kumite kein auf und ab gibt, trainierten wir am Montag die richtige "Arbeitshöhe".
Wir begannen mit der Bewegegung in den tiefen Stand. Dabei gingen wir nicht erst runter und dann vor oder zurück in den Schritt, aber auch nicht diagonal nach unten. Die optimale Bewegung ist eher exponentiell fallend, also als Kurve zu sehen.
Dieses trainierten wir durch wiederholende Bewegung aus Shizentai in Zenkutsu Dachi und Kokutsu Dachi. Anschließend gingen wir jeweils 10x aus Yoi in den ersten Stand aller Heian-Katas.

Weiter mit dem Verbleib in der Höhe in der Bewegung.
In der Vorwärtsbewegung im Zenkutsu Dachi hilft das über dem Fußspann stehende Knie. Würde man nun einfach nachgeben, fällt man ganz ohne Krafteinsatz nach vorn. Zieht man nun das hintere Bein an und drückt sich mit dem Standbein nach vorn. Für die Rückwärtsbewegung zieht man das vordere Bein heran und drückt sich mit dem Standbein nach hinten ab, aufgrund der Schwerkraft bleibt man unten.
Wichtig: die Knie bleiben gebeugt, damit man in der Bewegung nicht aufsteht!
Dazu liefen wir viele Bahnen in Zenkutsu Dachi und Kokutsu Dachi, unter anderem mit einer Gewichtsscheibe in nach vorn ausgestreckten Händen.
Am Ende liefen wir mehrmals die Kata Heian Shodan mit Fokus auf die Lerninhalte dieser Trainingseinheit 

 
Mittwoch
Das große Thema dieses Trainings war sen no sen. Der Verteidiger erkennt den Moment des Angriffs und ergreift die Initiative und kommt dem Angriff zuvor. 
 
Beide Partner in kurzem Abstand gegenüberstehend in Kamae:
- vor YA Kizami Zuki, 
- abwechselnd mit vorderer Hand stören, sofort Ushiro Geri,
- immer abwechseln P1 2x Schritt vor Gyaku Zuki, P2 geht beide Schritte passiv zurück,
 
Beide in dynamischem Jiyu Kamae einander gegenüberstehend:
- P1 vor YA Kizami Zuki, P2 YA zurück Te Nagashi Uke,
- P1 vor YA Kizami Zuki, P2 Gyaku Zuki, 
- P1 angedeuteter Kizami Zuki mit YA, P2 Gyaku Zuki, P1 hinteren Fuß heransetzen, mit vorderem Fuß Mawashi Geri, P2 YA Kizami Zui / Gyaku Zuki,
Wichtig: Der Kizami Zuki kommt mit dem Vorschieben des vorderen Fußes, mit welchem die Distanz verkürzt wird und nach dem Zuki die Faust wieder in Hikite zurückgerissen wird, wodurch der Körper wie durch ein Gummiband in den Gegner katapultiert werden kann.
 
Dazwischen immer wieder Randori, abwechselndes hin und her, mit sauberen geradlinigen Techniken.
 
Mit Partner und Gummiband, P2 geht hinter P1 mit, Gummi dauerhaft auf Vorspannung, P1 geht bahnweise vor:
- Oi Zuki,
- Gyaku Zuki,
- Mae Geri,
- Kizami Zuki / Gyaku Zuki, 
- überlaufener Gyaku Zuki,
- Gyaku Zuki, Gyaku Zuki,
 
Danach noch ein paar Bahnen Kumite, P1 schnell vor, P2 zurück mit Abwehrtechnik, Angreifer sollte immer versuchen mit seinem Angriff in den Verteidiger zu gehen.

Dienstag, 7. Juli 2026

Lehrgang mit Jan Steklý - Karate is easy

Freitag wurde etwas früher Feierabend gemacht, denn Frank (ebenfalls vom Tonbo Dojo) und ich fuhren zum Lehrgang nach Forst (Lausitz) mit dem tschechischen JKA-Chief-Instructor Jan Steklý.
Da Tonbo Dojo und der gastgebende SV Alemania Forst freundschaftlich verbunden sind, ist es immer ein herzliches Zusammentreffen, was ich seit meinem Beitritt zum Tonbo-Dojo schon häufiger miterleben durfte.
Nach einem ersten Einführungstraining am späteren Nachmittag, welches für alle Graduierungen offen war, ging es anschließend zusammen mit dem Sensei in ein Restaurant und ließen den ersten Tag in netter Runde ausklingen, bevor wir in unsere Unterkunft zu Thomas und seiner Familie nach Hause fuhren. Danke nochmals für eure Gastfreundschaft.
Am Samstag gab jeweils zwei Einheiten für 9.-7. Kyu und zwei Einheiten für 6. Kyu bis Dan und so nutzten wir die Gelegenheit und nahmen an allen Trainings teil.
Für die unteren Kyu-Grade lag der Lehrgangsschwerpunkt auf der Kata Heian Nidan, bei den Trainings für die höheren Graduierungen stand die Kata Gankaku im Mittelpunkt. Wir liefen viele einzelne Techniken und kleine Kombinationen im Kihon, erarbeiteten uns die Katas Stück für Stück und trainierten einzelne Technikfolgen im Kumite mit Partnern. 

Der Sensei sagte an, beobachtete, korrigierte uns und zeigt sehr anschaulich, wie wir es besser machen können. Besonderheiten der einzelnen Stände und Fußstellungen sowie die Auswirkungen bei schon kleinen Abweichungen, wie durch Gewichtsverlagerung ein Schritt schneller wird, direkte Ausholbewegungen für schnellere Drehungen, die Wichtigkeit von tretendem Bein und unterstützendem Standbein und der richtige Fokus auf das Ziel waren nur ein paar der Punkte, welche Jan Steklý immer wieder erklärte, vorzeigte und mit uns trainierte.
Ein sehr intensiver Lehrgang, in welchem wir einerseits die Katas ein großes Stück mehr verstehen lernten und andererseits der Sensei uns mit vielen wertvollen Hinweisen sein Verständnis von Karate näher brachte.
Dazu gehörte zum einen seine Devise "Karate is easy", was er uns immer wieder an verschiedensten Beispielen zeigte, andererseits auch sein Leitspruch "Don't just do Karate, study Karate!"
Im Karate sind es oft schon Kleinigkeiten, welche eine Technik erfolgreich machen. Nicht nur anschauen und nachmachen, sondern verstehen, hinterfragen, optimieren, erarbeiten und trainieren. Budo ist ein Weg.
Danke Sensei für diese erlebnisreiche Wochenende. Ossu






Donnerstag, 2. Juli 2026

KW 27, Im Dojo bleibt es heiß

Montag
Nach 20 Minuten Erwärmung und Dehnung waren zunächst die Heian-Katas und Tekki Shodan dran. Wir liefen alle Katas gemeinsam, immer eine andere Person sagte an:

"Musubi Dachi", "Rei" mit Verbeugung, "Kata xxx", "Yoi" mit Ausgangsstellung für die jeweilige Kata, Kata laufen mit entsprechenden Zählzeiten, "Rei" Verbeugung, "Yame",

Zur Entspannung, die Temperaturen waren noch nicht wirklich wieder trainingsfreundlich, liefen wir etwas Kumite. P1 mit Yori Ashi vor Kizami Zuki, P2 YA zurück mit Te Nagashi Uke. Ein paar Bahnen mit Richtungswechsel.

Danach weiter mit Jion und der nächsten Prüfungskata, letztere liefen wir gruppenweise. Abschließend zeigte jede Gruppe ihre Kata entsprechend der Wettkampfordnung vor den Augen der anderen Teilnehmer.

Mittwoch
Zuerst mit Antje eine 40-minütige schweißtreibende Erwärmung mit vielen Aspekten aus dem Yoga (ich glaube ich mag Yoga nicht), dann weiter mit Jonny und dem eigentlichen Karate-Training. Obwohl das auch nicht richtig ausgedrückt ist, denn eine gute Erwärmungs- und Dehnungsarbeit sollte Bestandteil eines jeden Karatetrainings sein.

Es waren alle Heian-Katas dran. Erst geinsam mit Zählzeiten, danach jeder für sich mit mindestens 80%, aber vor allem deutliche und saubere Bewegungen, Techniken und Stände.

Nach jeder Kata war bahnweise Jiyu-Kumite-Training dran. Beginnend aus Jiyu Kamae mit dynamischem Stand auf den Fußballen schnell vor:
- Kizami Zuki,
- Gyaku Zuki,
- Kizami Zuki / Gyaku Zuki,
- Kizami Zuki / Gyaku Zuki, Kizami Zuki / Gyaku Zuki,
- Gyaku Zuki, Gyaku Zuki / Gyaku Zuki, Kizami Zuki / Tritttechnik,
- Gyaku Zuki / Gyaku Zuki, Gyaku Zuki, Kizami Zuki / Tritttechnik,
Im Stand blitzschnelle Wiederholungen bis "Stopp"-Kommando kommt:
- Kizami Zuki,
- Kizami Zuki / Gyaku Zuki,
- Kizami Zuki / Kizami Zuki / Gyaku Zuki,

Jonny ist Wettkämpfer und legt besonderen Wert auf kraftvolles und schnelles Vorgehen. Immer nochmal wurden die Kombinationen wiederholt und immer wieder heizte er uns an, noch mehr aus uns herauszuholen. Bei den aktuellen Temperaturen echt eine Qual, aber auch richtig gut...

Dienstag, 23. Juni 2026

KW 26, Heiße Woche

Montag
Maxi musste heute leider als Trainer absagen und so fuhr ich zum Dojo, um für mich einfach Keris und Katas zu trainieren.
Vor Ort bot sich dann Marc an, uns in sein Bunkaitraining zu nehmen und Bunkai und Selbstverteidigung zu trainieren.
Bunkaitraining mit Marc ist für mich immer ein Highlight, da es sehr realitätsnah ist und so freute ich mich auf dieses Training. Draußen waren 29 °C und im Dojo tropisch feuchtwarm.

Wir begannen mit Clinchübungen:
Beide halten mit der jeweils rechten Hand am vorderen Kragen, die andere Hand liegt auf der Hand des Gegners. Beide Hände kontrollieren somit den Gegner und nun versuchten wir uns gegenseitig zu ziehen und zu drücken und den Gegner zu kontrollieren.
Danach wieder mit beiden Händen halten, mit Tritten zum Schienbein ablenken und dabei immer mal einen Schwinger von rechts oder links, versuchen darunter durchzutauchen und versuchen sich hinter den Partner zu drehen. Mit beiden Händen an den Schultern halten und in eine Kniekehle treten und den Gegner somit zu Fall zu bringen.

Weiter mit Renzoku, also Aufeinanderfolge zweier Techniken:
- Eine Hand (beide rechts oder beide links) Zuki, die andere Hand von außen Te Nagashu Uke, Wechselspiel von Stoß und Abwehr. Die Hände bleiben dabei oben, um den Kopf immer zu schützen.
- Wie zuvor z.B. P1 mit rechts Kizami Zuki, P2 mit links von außen Gyaku Te Nagashi Uke, die rechte Handaußenfläche (Haishu)  übernimmt dahinter im Ellenbogenbereich und führt den Weg des Arms von P1 fort, die rechte Hand drückt dann den Oberarm von P1 zum Körper von P1.
- P1 mit rechts Kizami Zuki, P2 mit mit links von außen Te Nagashi Uke und die rechte Handaußenfläche übernimmt dahinter im Ellenbogenbereich. Mit diesem Block dreht sich P2 aber schon um 90° im nach links raus. Mit der Übernahme durch die rechte Hand wird der gegnerische Arm mit rechts gehalten / fixiert und es folgt ein Stoß mit links zum Kopf des Gegners.

Shuto Uke von innen:
- Beide links vor, P1 Kizami Zuki. P2 mit links Te Nagashi Uke, mit rechts den Ärmel greifen und zu sich heranziehen, gleichzeitig mit linker Hand Shuto Uke zum Hals.
Shuto Uke von außen:
- Beide links vor, linker Kizami Zuki von P1. P2 mit rechts Gyaku Te Nagashi Uke von außen nach innen. Mit links Haishu übernehmen und sich dabei nach rechts um 90° rausdrehen, so dass rechter Fuß hinten ist.
Dann
a) mit rechts Schritt vor und unter das vordere linke Bein von P1. Dadurch wird P1 ausgehebelt. Mit dem hebelnden Schritt mit dem rechten Arm über die Brustseite des Gegners zur hinteren Schulter und ihn über das vordere Bein nach hinten werfen.
b) von außen gegen das vordere Knie von P1 treten und Gegner zu Fall bringen.

Age Uke:
- Beide links vor, linker Kizami Zuki von P1, P2 Gyaku Te Nagashi Uke von außen nach innen (Ausholbewegung des Age Uke). dann mit eigentlichem Age Uke Arm von P1 übernehmen, Rechter Haken in jetzt freien Rippenbereich.

Bei allen Übungen gingen wir mit dem Block zum Gegner bzw. in den Gegner hinein. So wie die meisten Katas es auch zeigen, mit dem Block geht es zum Gegner, nicht zurück, Druck nach vorn.

Zuletzt liefen wir 3x die dazu passende Kata Heian Nidan. Natürlich mit Druck nach vorn.

Nachtrag:
Fast hätte ich doch die Kakie-Übung vergessen! Kakie (übersetzt "klebende Hände") sind Nahkampfübungen, bei welchen man im Clinch kontinuierlich den Hand- bzw. Unterarmkontakt zum Partner hält und auf Druck- und und Schubbewegungen reagiert. Die Bewegungen sind meistens schiebend und kreisend und durch den kontinuierlichen Kontakt braucht man nicht auf die Bewegungen schauen, sondern diese werden gefühlt.
Wir trainierten erst einmal mit einer aktiven Hand. Beide rechte oder linke Hand vor, Kontakt zum Partner über Handgelenk und Shuto (Handaußenkante), die andere Hand mit Handinnenfläche nach oben, unterhalb vom Solarplexus. P1 versuchte nun zum Kinn von P2 zu stoßen, P2 drückte die herankommende Faust nach außen in Richtung P1 zurück. P1 nahm die Faust wieder zurück und versuchte dann wieder geradlinig zum Kinn vorzustoßen. Wichtig: ununterbrochener Kontakt.

Mittwoch
Mit über 30 °C Außentemperatur war es gestern wieder sehr warm. War es anfangs im Dojo noch recht gut erträglich, so waren am Ende die Gis der Beteiligten nur noch nass.
Dabei passte Andi mit dem Training auf und die Übungen waren gar nicht zu anstrengend, aber vielleicht braucht man momentan gar nicht viel, bis der Schweiß läuft.

Anfangs liefen wir die Katas Heian 1 - 5 und Tekki Shodan. Ohne Zählzeiten und nur mit 50 %, aber mit viel Hüfte und starken und deutlichen Bewegungen.

Kumite-Übungen:
Zuerst wieder Kommando durch den passiven Partner, schnelle Reaktion durch den Angreifer:
"Ichi" -> YA Gyaku Zuki,
"Ni" -> YA Kizami Zuki,

Abwechselnd eine Tritttechnik zum Partner. Sofort wenn P1 seinen Fuß wieder am Boden aufsetzt be und sauber.ginnt P2 mit seiner Tritttechnik. Beide nicht stark, aber kontrolliert

Dann waren die Sentei-Katas dran: Hangetsu, Bassai Dai, Kanku Dai, Jion and Empi.

Wieder Kumite-Übungen, dieses Mal ging der passive Partner immer einen Schritt zurück:
"San" -> Gyaku Zuki Jodan, Gyaku Zuki Jodan,
"Shi" -> überlaufener Gyaku Zuki,

Anschließend wieder die Trittübungen zum Partner. Nicht zu statisch, eher aus einer dynamische Bewegung heraus, Lücken sehen, antäuschen.

Als letzte Kata lief jeder seine nächste Prüfungskata, für die Schwargürtel war Unsu angedacht.

Zuletzt wurden Kataübungen zusammengefaßt und der Angreifer kamm auf Kommando Ichi, Ni, San oder Shi mit der jeweiligen Technik vor.

Am Ende war das Klima im Dojo recht tropisch, die feucht-warme Luft blieb trotz geöffneter Fenster.
 
Freitag
Die Temperaturanzeige im Auto stand immer noch auf 36 °C, aber egal, wenn Training stattfindet, gehe ich hin. Heute übernahm Lukas die Leitung und als unser Kataspezialist konnte es nur sehr lehrreich sein.
Nach etwas Erwärmung und Dehnung begannen wir mit Jion. Wir liefen sie zuerst alle gemeinsam auf Zählzeiten von Lukas, anschließend schaute er uns zu, um zu schauen welchen Stand jeder hatte. Danach teilten wir die Kata auf und liefen sie Stück für Stück. Lukas zeigte und erklärte, wir wiederholten.
Den mittleren Part mit Teisho Uke im Kiba Dachi liefen wir erst mehrmals und trainierten danach mit Partner an der Handpratze. Ungewohnt, aber gut um diese Technik zu verstehen.
Da ich die Jion als meine nächste Prüfungskata gewählt habe, war dieses Training sehr interessant und lehrreich für mich und hat mich der Kata ein ganzes Stück näher gebracht. 

Dienstag, 16. Juni 2026

KW 25, Einfach, aber dennoch anspruchsvoll

Montag
Nach 20 Minuten Erwärmung und Dehnung liefen wir erst einmal Kata:
- Heian 1 - 5,
- Tekki Shodan,
Jeweils 1x, nicht schnell, dafür mit Blick auf unterschiedliche Hüftstellungen zwischen Block- und Angriffstechniken und mit viel Druck nach vorn.

Vor der Spiegelwand:
- YA Kizami Zuki, Gyaku Zuki,
Bahnweise:
- YA Kizami Zuki, Gyaku Zuki,
Mit Partner und Handpratze:
- YA Kizami Zuki,

Eigentlich einfach, aber dennoch anspruchsvoll, alleine schon den richtigen Abstand zu finden. Trifft man die Pratze zu stark, sollte der Abstand vergrößert werde. Mit gestrecktem Arm stossen, dann den Zukiarm schnell wieder zurückziehen.

Danach den gleichen Durchlauf auch für Gyaku Zuki und danach für Gyaku Zuki, Gyaku Zuki.
Wichtig:
- deutliche Hüfte,
- dynamische Bewegung auf den Fußballen, also Fersen stehen nicht auf dem Boden,
- beim Vorgehen im Gyaku Zuki mit YA weit vor und hintere Ferse hoch um mehr heranzurutschen,
- nach Zuki hinteren Fuß leicht wieder heranziehen um einen etwas kürzeren Stand zu haben, um mit dem nächsten Zuki wieder weit vorgehen zu können,

Nun wieder bahnweise mit passivem Partner in bekannter Weise mit "Ichi", "Ni" oder "San":
- "Ichi" = Gyaku Zuki,
- "Ni" = Kizami Zuki,
- "San" = Gyaku Zuki, Gyaku Zuki,
Eine Person gibt für alle nach Zufallsprinzip das jeweilige Kommando, mal schneller, mal langsamer, auch mal das gleiche Kommando mehrmals. Die Angreifer sollen gefordert werden.

Zuletzt liefen wir in Gruppen unsere nächste Prüfungskata, erst gemeinsam langsam mit Zählzeiten, dann jeder für sich und zuletzt jeder für sich 100%. Thommy lief mit mir Jion und gab mir im Anschluss wertvolle Tipps, welche Punkte noch zu korrigieren sind und auf was ich mehr achten sollte, um die langsamen Parts und die schnellen und kraftvollen Bewegungen der Kata mehr hervorzuheben.
Lehrgang in Forst mit Jan Stekly
In drei Wochen geht es
nach Forst zum Lehrgang
mit Jan Stekly.

Mittwoch
Nach dem Training ab nach Hause, geduscht und eine Kleinigkeit gegessen und nun heißt es schnell alles aufschreiben, denn es war nicht wenig heute.
Kihon:
In zwei Reihen aufgestellt, Andi nannte 4er- oder 5er-Kombinationen, welche wir bahnweise 5x wiederholten.

Kumite:
- beide kurzer Abstand, P1 geht 2x mit Gyaku Zuki, Gyaku Zuki vor, dann in andere Richtung P2 zu P1 und wieder zurück,
- P1 greift mit diversen Techniken an, P2 verteidigt nur,
- P1 greift an, P2 verteidigt und kontert wenn es passt,

Pratzentraining:
- P1 hält eine oder beide Handpratzen immer wieder in verschiedenste Positionen, P2 greift mit Technik seiner Wahl zur Pratze an,
- P1 hält eine Pratze auf Schulterhöhe zur Seite, die andere auf Bauchhöhe seitlich nach vorn geneigt, P2 stößt mit Empi (Ellenbogen) zur Seite und dreht sich dabei mit der Stoßrichtung seitlich nach unten, von dort dreht man sich wieder zurück hoch und schlägt einen Haken mit der anderen Faust in die Pratze auf Bauchhöhe.
- P1 hält Pratzen in verschiedensten Stellungen als Ziel, um P2 Zielmöglichkeiten aus beiden vorherigen Varianten zu schlagen,

Jiyu-Ippon-Kumite:
- Oi Zuki Jodan,
- Gyaku Zuki,
- Mawashi Geri,
- Ushiro Geri,

Mit den 4 vorgegebenen Angriffstechniken:
P1 sagt Angriffstechnik an, P2 kommt auf P1 zu, P1 greift bei richtigem Abstand den Herankommenden an, P2 blockt und kontert.
Danach wie zuvor, P2 kontert aber mit Gyaku Zuki, Gyaku Zuki.
Zuletzt sagt P1 eigene Techniken an (1 oder 2) und greift wieder Herankommenden an.

Im Stand 5x Gyaku Zuki zum Partner, dann vor mit Gyaku Zuki, Gyaku Zuki,

Donnerstag, 11. Juni 2026

KW 24, Ausholbewegung ist eine Abwehr

Mittwoch
Nach dem Wochenendlehrgang mit Jonathan Mulolo war gestern wieder reguläres Dojo-Training. Am Montagstraining konnte ich verletzungsbedingt noch nicht teilnehmen, die Schmerzen in der linken Wade waren zu stark und so brauchte ich noch etwas Erholung.
Am Mittwoch trainierte uns Marc. Wir begannen mit Tritten zum passiven Partner. Im Stand mit entsprechendem Abstand zum Partner, hinterer Fuß tritt, vor dem anderen Fuß absetzen und schnell den nun hinteren Fuß weiter nach hinten setzen, so dass ein Wechselschritt entsteht.
- Mae Geri,
- Mawashi Geri,
- Soto Mawashi Geri,
- Uchi Mawashi Geri,

Anschließend die gleichen Tritte mit Pratze, viele Wiederholungen, wieder mit entsprechendem Wechselschritt.
Dann wurde es schwieriger, denn nun waren beide Partner in Bewegung. Der Pratzenhaltende bewegte sich ebenfalls in alle Richtungen, sollte aber dem Angreifer Gelegenheiten bieten, so dass dieser treten konnte. Mit hinterem oder vorderem Fuß war egal, dann treten, wenn es passte.

Danach stellten wir uns einzeln vor den Spiegelwänden auf und trainierten mit Wechselschritt:
- Age Uke / Gyaku Zuki Jodan,
- Uchi Uke / Gyaku Zuki Jodan,
- Gedan Barai / Gyaku Zuki Chudan,
Das Besondere: die Bewegungen sollten runder aussehen. Die Ausholbewegungen stellten den ersten Block dar und geben dem imaginären Zuki bzw. Keri einen Impuls. Die eigentlichen Blocktechniken (Age Uke, Uchi Uke und Gedan Barai) übernehmen und drücken den Stoß oder Tritt zur Seite. Dann eine sofortige Kontertechnik und Wechselschritt.

Nun wieder mit Partner:
1.
Tori vor mit Oi Zuki Jodan,
Uke zurück mit Age Uke / Gyaku Zuki Jodan,
2.
Tori vor mit Oi Zuki Chudan,
Uke zurück mit Uchi Uke / Gyaku Zuki Jodan,
3.
Tori vor mit Mae Geri Chudan,
Uke zurück mit Gedan Barai / Gyaku Zuki Chudan,

Wichtig: an die "Ausholbewegung" denken, das ist der erste Block, die eigentliche Abwehrtechnik ist der übernehmende Block!

Zuletzt liefen wir die Heian-Katas 1 bis 5, jeder für sich 80% Kraft und Geschwindigkeit. Dabei sollten wir die zuvor trainierten Bewegungen im Kopf haben, also Ausholbewegung, Block, Konter.

Freitag
Mit 15 Teilnehmern war das Braun-/Schwarzgurttraining richtig gut besucht. Wie schon am Mittwoch wieder sehr kumitelastig mit viel Abwechslung.
Mit Partner, beide in Kamae, eine Person war dynamischer Angreifer, die andere Person blieb stehen und verteidigte nur mit den Händen und Armen:
- nur Armtechniken,
- nur Beintechniken,
- Arm- und Beintechniken,

Danach beide in Kamae mit kurzem Abstand, P1 Gyaku Zuki / Gyaku Zuki. P2 bleibt passiv stehen.
Der Angreifer arbeitet beim ersten Zuki mit gestrecktem Arm, der zweite Gyaku Zuki und der Schritt sind etwas kürzer, so dass man den Verteiger angedeutet überläuft.
Jetzt P1 geht mit 2x ZK Gyaku Zuki / Gyaku Zuki vor, P2 geht zurück und wehrt mit Te Nagashi Uke ab, dann mit vertauschten Rollen in die andere Richtung.

Weiter vor der Spiegelwand im Kokutsu Dachi Gyaku Zuki / Gedan Barai.
Viel auf die Hüfte achten und wechselseitig Oberschenkel und Po anspannen.
Anschließend mit Partner und Gummiband. P1 hielt das Band gyakuseitig, P2 stand hinter P1 und hielt das Gummiband auf Spannung.

Als nächstes mit wechselnden Partner Jiyu-Ippon-Kumite:
- Oi Zuki Jodan,
- Gyaku Zuki,
- Mae Geri,
Block und Konter waren frei.

P1 sagt Technik an, P2 kam in Kamae auf P1 zu, wenn P1 den Abstand für richtig hielt, griff er an.
P2 blockt und kontert.

Zuletzt wieder Jiyu-Ippon Kumite:
P1 sagt Technik an, kommt auf P2 zu, P2 blockt und kontert, P1 blockt den Konter und kontert seinerseits mit Gyaku Zuki / Gyaku Zuki.
Auch wenn der Abstand für den doppelten Gyaku Zuki recht kurz ist, trotzdem versuchen die Zukis mit gestreckten Armen umzusetzen.

Kata:
- Heian Godan,
- Bassai Sho,
Besonderes Augenmerk auf die Hüftarbeit aus den zuvor trainierten Übungen im Kokutsu Dachi.

Sonntag, 7. Juni 2026

Wettkampf-Lehrgang mit Jonathan Mulolo

Die Waden krampfen, die Fußsohlen schmerzen und ich bin völlig erschöpft, denn ich habe den härtesten Lehrgang hinter mir, an welchem ich jemals teilgenommen habe. Aber es war ein tolles Erlebnis. Freitag und Samstag ging es nach Berlin-Bohnsdorf zu Dorian Hartmann und seinem Karateverein Rotfüchse Berlin e.V., welche den belgische Karateka Jonathan Mulolo für einen Wettkampf-Lehrgang eingeladen hatten. Jonathan war 11x belgischer Meister und 10x Europameister, seit kurzem trainiert er das belgische Nationalteam und so kamen viele der Berliner JKA-Wettkämpfer, um von einem der Besten zu lernen. Und von den Teilnehmern war ich auch noch der Älteste, das hatte ich so auch noch bei keinem Lehrgang.
Die Trainingszeiten waren am Freitag von 17:30 - 19:00 Uhr und 19:00 - 21:00 Uhr. Am Samstag von 10:00 - 12:30 Uhr und 13:30 - 15:30 Uhr, also mit bis zu 2,5 Stunden für eine Einheit schon sehr lang.
Das Freitagstraining war intensiver und härter als eine normale Trainingseinheit im heimischen Verein, war aber noch nichts gegen den folgenden Tag.
Am Samstag teilte uns Mulolo Sensei mit, dass es nun definitiv härter wird und wir jetzt wie das belgische Nationalteam trainieren werden. Und so wurde es auch, sehr gut, aber anstrengender als ich es mir je vorgestellt hätte.
Schwerpunkt des Lehrgangs war Wettkampf-Kumite. Distanz, Bereitschaft, Schnellkraft, den Gegner beobachten, sehen und agieren. Zu Beginn jeder Einheit eine ordentliche Erwärmung mit Lauf- und Sprintübungen, Circletrainings, vielen Situps, Burpees, Liegestütze, allein am Samstag über 70 Minuten Kondition im ersten Training.
Wir arbeiteten hauptsächlich mit Kizami Zuki, Gyaku Zuki und Mawashi Geri, einzeln, als Zweier- oder Dreierkombination, Abstand verkürzen, angreifen, dabei Zukis vorschnellen lassen und schnell wieder zurückziehen. Was gibt den Ippon, also die Punkte im Kampf. Dazu passende Abwehr mit Te Nagashi Uke und Nagashi Uke und entsprechende Konter mit Gyaku Zuki oder einer Zukifolge, im Go no sen und sen no sen und immer mit Zanshin.
Jonathan Mulolo erklärte, zeigte vor, half und korrigierte und ließ uns wiederholen und wiederholen. Die Trainings mit Partner wurden ausschließlich mit Zahn- und Faustschützern durchgeführt, einfach sicherer, wenn man so am Limit agiert.
Nach jeder Einheit wurden mehr Füße verbunden aufgrund der vielen Blasen und das Auftreten und Gehen wurde immer schwerer. Das Niederknien zum Seiza in der letzten Einheit muss von außen fast lustig gewirkt haben und am Ende hatte kaum noch jemand einen sauberen Gang.
Danke an die Rotfüchse Berlin und Mulolo Sensei für diese lehrreiche und intensive Erfahrung, welche man bestimmt nicht so schnell vergisst.

Dienstag, 2. Juni 2026

KW 23, Wünsche zum Beginn

Montag
"Gibt es Wünsche für das Training?" fragte Thomas zu Beginn und es kamen gleich diverse Vorschläge wie Jiyu Ippon Kumite, Yoko Geri und Kata. Wenn in einer Erwachsenentrainingsgruppe zwischen orangen und schwarzen Gürteln die Teilnehmer sich auch selbst einschätzen können, was verbessert werden kann, macht es einfach Spass.
Nach den obligatorischen Erwärmungs- und Dehnungsübungen ging es mit etwas Kihon weiter. Dazu wurden je nach Graduierung verschiedene Kombinationen angesagt, welche wir bahnweise 4x bis 5x wiederholten.

Anschließend war dann Kumite dran:
- Kihon Ippon Kumite,
- Kaeshi Ippon Kumite,
Oi Zuki Jodan, Oi Zuki Chudan, Mae Geri, Yoko Geri, Mawashi Geri,

- Jiyu Ippon Kumite,
Kizami Zuki, Oi Zuki Jodan, Oi Zuki Chudan, Mae Geri, Yoko Geri, Mawashi Geri, Ushiro Geri,

Den Gegner anschauen, beobachten, bereit sein - Zanshin eben. Und nun kommt es daraof an: welchen Block wende ich an, zu welcher Seite geht man raus, mit welcher Technik kontere ich? Damit diese Kette funktioniert, sollte ich vorher wissen, wenn man nach rechts oder links rausgeht, dann bieten sich bestimmte Körperbereiche an, zu denen man mit bestimmten Techniken kontern kann. Dieses Zusammenspiel muss funktionieren, denn man hat im Kumite kaum Zeit, darüber nachzudenken. Das heißt nicht, dass jeder Konter auch in diesem Moment funktioniert, aber zu 90% sollte er es. War der Block nicht optimal, ist man zu weit zurückgegangen, ist der Gegner zu nah gekommen, kommt man mit dem Konter nicht richtig ran, ist der Bereich des Gegners nicht wirklich frei. Es gibt viele Dinge, welche Einfluss haben, aber das meiste kann man trainieren und ein paar Prozent Glück und Pech gehören auch dazu.

Mittwoch
Beginn mit Kata:
- Heian 1 -5,
- Tekki Shodan,
Jede Kata wurde von einer anderen Person gezählt. Nicht schnell, aber dafür den Fokus auf die Punkte setzen, welche in den letzten Wochen vermehrt trainiert wurden, wie z.B. Hüfte beim Wechsel zwischen Block- und Angriffstechnik (besonders im Kokutsu Dachi).

Im Kumitetraining ging es hauptsächlich um den überlaufenen Gyaku Zuki.
1.
Beide Partner stehen sich in Kamae gegenüber. Mit der vorderen Hand wird ein- bis zweimal "gestört", heißt die vordere Hand des Partners wird etwas nach außen geschlagen, wodurch der Partner abgelenkt wird. Nun wird mit der Gyaku-Hand die vordere Hand des Partners nach innen geschlagen und sofort mit der Oi-seitigen-Hand übernommen und zum Körper des Partners gedrückt. Die Gyaku-Hand stieß nun mit Zuki Jodan vor.
2.
Die vordere Hand "stört", die Gyaku-Hand drückt die vordere Hand des Partners nach innen und der Angreifer nutzt die nun freie Seite und tritt mit Mawashi Geri auf Gürtelhöhe. Dabei das Knie so anreiße und eindrehen, dass es schon bis zur Körpermitte des Partners zeigt. Dann den Unterschenkel schnappen lassen. Smoit kann man sicher sein, dass auch bei leichter Seitwärtsbewegung des Partners der Tritt trifft, bewegt er sich nicht, geht der Tritt (theoretisch) durch.
3.
Wie 1., nur dass nach dem Zuki der Gyaku-seitige Fuß leicht nach außen gestellt wird, die zuvor nach innen gedrückte Hand mit "schwerer" Hand wieder nach außen gedrückt wird und man mit Mawashi Geri zur jetzt wieder offenen Seite des Partners tritt.
Wichtig: vor dem Tritt die Hand/Handgelenk des Gegners nicht greifen oder festhalten. Dadurch würde man den Gegner eher heranziehen und und man sich selbst einem Zuki des Gegners ausliefern.

Zum Ende waren dann wieder die Kommandos 1 bis 4 dran und so langsam ist man ganz gut drin.
Der passive Partner sagte die Kommandos an und ging auf Abstand mit, der Ausführende musste dranbleiben und treffen:
"Ichi" -> YA Gyaku Zuki,
"Ni" -> YA Kizami Zuki,
"San" -> Gyaku Zuki Jodan, Gyaku Zuki Jodan,
"Shi" -> überlaufener Gyaku Zuki wie zuvor trainiert,
Mehrere Bahnen und sich immer wieder verbessern.

Nach dem Training wurde dann noch bei dem ein oder anderen Kaltgetränk in entspannter Runde auf einen Geburtstag angestoßen.


Freitag und Samstag geht es nach Berlin Bohnsdorf. Dorian und die Rotfüchse Berlin e.V. haben den Belgier Jonathan Mulolo für einen Kumite-Lehrgang zu Gast.