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Montag, 30. März 2026

Gasshuku mit Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Polen

Diesen Freitag bin ich mittags nach Zary in Polen gefahren, denn hier findet dieses Wochenende ein 3-tägiges Gasshuku mit Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro statt. Ausrichter ist der örtliche "Klub Karate Kontra" und viele Polen, aber auch viele Karatekas aus Deutschland sind der Einladung gefolgt. Alleine aus Berlin waren mit JKA Berlin, dem Fujinaga Dojo, PSV Basdorf und Rotfüchse Berlin viele bekannte Gesichter dabei. Nach dem Einchecken im Hotel noch etwas entspannt, frisch gemacht und dann ging es auch schon zum ersten Training.

Freitag
Die Halle wurde in zwei Bereiche aufgeteilt, bis Blaugurt auf der einen Seite, Braun und Schwarz auf der anderen.
Igarashi Sensei trainierte dieses Training die Fortgeschrittenengruppe und im Mittelpunkt seines Trainings standen:
Schnelle Schritte im Zenkutsu Dachi zurück und vor mit Kizami Zuki, Gyaku Zuki.
Aus großeren Abständen weite Schritte vor, wobei die Hüfte lange abgedreht im Hanmi bleibt und erst mit dem Stoß eingedreht wird.
Dabei tief stehen und bei den Schritten, Tritten und Stößen die gerade Linie halten.
Z.B:
- beide in Kamae mit Abstand, P1 vor ZK Kizami Zuki, P2 zurück Age Uke,
- beide in Kamae vordere Knie auf einer Höhe, P1 schnell zurück ZK Gedan Barai, vor ZK Kizami Zuki, P2 passiv,
- beide in Kamae mit Abstand, P1 vor ZK Kizami Zuki / Gyaku Zuki, P2 zurück Nagashi Uke,
- freiere Zweikämpfe, lockeres Hin und Her, bei der Abwehr aber nicht zurück, sondern bleiben und sogar eher mit Block vorgehen und sofort in Konter wechseln, den Partner also stressen,
Wichtig: schnell sein, vorwärts und rückwärts.
 
Zum Abschluss liefen wir mehrmals Tekki Shodan normal und in entgegengesetzter Richtung, mit und ohne Zählzeiten.

Samstag 1
Heute war die Halle besonders voll, was auch zu erwarten war. Wie ich später erfuhr, waren wir 320 Karatekas. Es wurde also etwas gedrängter.
Unsere erste Einheit mit Kurihara Sensei wurde sehr Kumite-lastig.
Erst Kihon-Ippo-Kumite und dann Jiyu-Ippon-Kumite mit:
- Oi Zuki Jodan,
- Oi Zuki Chudan,
- Mae Geri,
- Yoko Geri Kekomi,
- Mawashi Geri,
- Ushiro Geri,
Erst freie Abwehr und Konter, dann mit Konter auf jeweils gleicher Höhe wie der Angriff war und zuletzt sollte der Konter gleich sein wie zuvor der Angriff. Dazu war dann ein Kiri Kaeshi notwendig, also ein schneller Fußwechsel auf der Stelle. Dabei wird der fordere Fuß zurückgezogen und der andere Fuß geht vor mit der entsprechenden Technik.

Gegen Ende liefen wir Kanku Dai. Dem Sensei kam es besonders auf die Beachtung der schnellen und langsamen Passagen an. Wenn wir am Ende der Kata außer Atem sind, hätten wir es falsch gemacht.

Samstag 2
Diese Einheit hatten wir wieder bei Igarashi Sensei und wir begannen mit Kihon:
- aus Zenkutsu Dachi mit Gyaku Zuki,
- das vordere Bein wird herangezogen, dabei stark rausdrehen, aus Gyaku Zuki wird Tate Shuto, das andere Bein schiebt sich vor und es folgt ein Gyaku Zuki in ZK,
Während sich das andere Bein aus der abgedrehten Haltung vorschiebt, wirkt die Stellung wie ein Kokutsu Dachi, da der Schwerpunkt weit hinten liegt und man noch sehr weit abgedreht ist. Mit dem Gyaku Zuki verschiebt man dann die Kraft nach vorn mit Gyaku Zuki und der Hüfte in Gyaku Hanmi.
Das trainierten wir dann mit Partner, wobei ein Partner in passivem Shizentai blieb.

Dann kamen wir zum Schwerpunkt der Einheit:
- P1 Schritt vor ZK Oi Zuki Jodan / Gyaku Zuki Chudan,
- P2 Schritt zurück ZK Age Uke / gleicher Arm Soto Uke,
- P2 Gyaku Zuki,
- P1 Gedan Barai / Gyaku Zuki,
Diese Kombination war die Basis dieser Trainingseinheit. Igarashi Sensei zeigte uns immer wieder Verbesserungen dieser Kombination. Erst begannen wir recht statisch, dann mit mehr Yori Ashis, aus Age Uke und Soto Uke wurden Te Nagashi Ukes und die Hüfte wurde effektiv genutzt um sich rein und rauszudrehen, um die Zukis kraftvoll nach vorn bringen zu können. Später wurde die Kata noch um ein, zwei Zukis erweitert und wir trainierten ein ansatzloses Fließen von Zukis und Ukes.

Den Abschluss bildete die Kata Jion, welche wir mehrere Male liefen. Als Standard, dann jede Bewegung mit zusätzlichem leichtem Rutschen bzw. Gleiten, um das Rein und Raus der Bewegungen zu verdeutlichen, zuletzt jeder für sich, schnell und kraftvoll mit sehr deutlichen Hüfteinsatz.

Im Anschluss an das Training gab es noch Vorführungen des Klub Karate Kontra und der beiden japanischen Senseis in Kata und Kumite. Was die polnischen Karatekas zeigten, war schon sehr beachtenswert, aber Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro zuzuschauen war unglaublich. Einfach starkes Karate der derzeitigen Kata- und Kumitemeister der JKA All Japanese Championships 2025.

Abends ging es dann mit Kämpfern vom PSV Basdorf, JKA Berlin und den Rotfüchsen aus Grünau ins Restaurant und mit Essen, Getränken und vielen netten Gesprächen ging dieser Tag zu Ende.

Sonntag 1
Nach kurzer, aber effektiver Erwärmung- und Dehnungsphase übernahm Kurihara Sensei und begann mit der Kata Unsu, der Kata, welche er uns am Nachmittag zuvor vorführte. Wir nahmen die Kata in einzelne Sequenzen auseinander und der Sensei holte uns immer wieder zusammen, um einzelne Bewegungen und Techniken zu erklären. Da ich mich nicht erinnern kann, diese Kata schon einmal gelaufen zu sein, war für mich alles neu und spannend zu sehen, wie Kurihara Sensei uns Einzelheiten erklärte.
 
Sonntag 2
Das letzte Training dieses Lehrgangs und es wurde ganz anders, als die bisherigen.
Dieses Mal wurde nicht in zwei Gruppen eingeteilt, sondern wir bildeten alle einen großen Kreis. Dann zählten wir durch, wir waren immer noch über zweihundert Teilnehmer. Die einhundertste Person wurde benannt, wir stellten uns im Kiba Dachi auf und wiederholten nun Nami Ashi, andere Seite Zuki. Bis zur einhundersten Person zählte jeder in der Reihe zehn Wiederholungen, macht also 1000 Nami Ashi-Zuki-Kombinationen. Damit war klar, Tekki Shodan war das Thema des Trainings.
Weiter mit einzelnen Passagen dieser Kata, mal auch nur Schritte, mit einer Person auf dem Rücken oder ohne. Auf jeden Fall viele, viele Wiederholungen. So, wie traditionell Karate eingeschliffen wurde und wird. Zwischenzeitlich zeigte uns Kurihara Sensei, wie er es haben möchte, zwischen seinem und unserem Karate liegen noch Welten. Aber er zeigte uns die Spitze des Berges und den Weg, nur laufen müssen wir ihn selbst.
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
 Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary 
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
 Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary 
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary

Samstag, 8. Oktober 2022

JKA-Seminar mit Igarashi Tatsuro

Drittes Wochenende infolge ein JKA-Lehrgang und dieses Mal lud der Shotokan Kyokai Berlin zum JKA Shokukai - AKI Seminar mit Igarashi Tatsuro und es wurde einer der besten Lehrgänge, an welchen ich bisher teilgenommen habe.
Die erste Trainingseinheit für die Gruppe 5. Kyu bis Dan begann um 11 Uhr und mit geschätzt 90 Teilnehmern war die Halle ziemlich gut gefüllt.
Wir begannen mit einfachen Kihonübungen, bestehend aus Choku Zuki, Age Uke, Soto Uke, Uchi Uke, Gedan Barai und Shuto Uke. und parallel dazu erklärte der Sensei, auf was wir achten müssen:
- Tiefe Stellungen, nicht hochkommen.
- Wenn man jünger ist steht man tiefer, je älter desto höher
   wichtiger ist aber wie fest der Stand ist.
-  Die Standweite die wir können, sollen wir zu unserem Stand machen.
- Für einen festen Stand kommt die Arbeit aus den Oberschenkeln.
- Druck nach vorn, vorderes Knie fest machen,
   darf sich nicht nach innen oder aussen bewegen.
- Im Shomen müssen die Leisten ein Dreieck bilden,
  diese fest zusammenpressen.
- Schritt im Zenkutsu Dachi: vorderes Bein zieht,
  nicht hinteres Bein schiebt.
- Beim Mae Geri wird das tretende Bein auch
  nicht abgestoßen, sondern hochgezogen.
- Bei Schritten immer Oberschenkel zusammen,
  die Füße immer aneinander vorbeiführen.
- Bei Techniken den direkten Weg zwischen zwei Punkten wählen,
   keine Umwege, diese nehmen Kraft.
 
Kata Heian Shodan:
- Aufstehen am Ende nicht entspannt, sondern elegant.
- Stellungen nicht nur schön, vor allem fest und kontrolliert auf den Zweck fokussiert.
- Fingerspitzen im Shuto Uke leicht gebeugt, gibt mehr Festigkeit.
- Bei Drehung über hinteres bein immer den Hacken am Boden belassen.
- Es gibt keine Drehung in Katas, es sind Bewegungen mit Schwerpunktänderung.

Das zweite Training begann mit einem Schrittwechsel mit Zuki im Zenkutsu Dachi in verschiedenste Richtungen, wobei wir besonders die Punkte beachten sollten, mit welchen wir uns im ersten Training intensiv befaßt hatten.
Danach ging es weiter mit Bassai Dai. Um die Festung zu erstürmen sollten wir schnell und besonders stark in die Techniken und Stände gehen. Schon bei der Auftaktbewegung sollten die Hände nicht seitlich Ausholen, sondern der Körper so nach vorn, dass die Hände mitgenommen werden. 
Wichtig:
Es gibt in Katas keine Pausen. Bei Vollendung der Technik nicht im Kime verharren, Kime nur für sehr kurzen Moment.
In viele Passagen unterteilt liefen wir die einzelnen Kombinationen immer wieder, bis der Sensei zufrieden war.
Ein sehr lehrreiches Training, aus welchem ich viel mitnehmen konnte und noch mehr verinnerlichen muss.