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Sonntag, 7. Juni 2026

Wettkampf-Lehrgang mit Jonathan Mulolo

Die Waden krampfen, die Fußsohlen schmerzen und ich bin völlig erschöpft, denn ich habe den härtesten Lehrgang hinter mir, an welchem ich jemals teilgenommen habe. Aber es war ein tolles Erlebnis. Freitag und Samstag ging es nach Berlin-Bohnsdorf zu Dorian Hartmann und seinem Karateverein Rotfüchse Berlin e.V., welche den belgische Karateka Jonathan Mulolo für einen Wettkampf-Lehrgang eingeladen hatten. Jonathan war 11x belgischer Meister und 10x Europameister, seit kurzem trainiert er das belgische Nationalteam und so kamen viele der Berliner JKA-Wettkämpfer, um von einem der Besten zu lernen. Und von den Teilnehmern war ich auch noch der Älteste, das hatte ich so auch noch bei keinem Lehrgang.
Die Trainingszeiten waren am Freitag von 17:30 - 19:00 Uhr und 19:00 - 21:00 Uhr. Am Samstag von 10:00 - 12:30 Uhr und 13:30 - 15:30 Uhr, also mit bis zu 2,5 Stunden für eine Einheit schon sehr lang.
Das Freitagstraining war intensiver und härter als eine normale Trainingseinheit im heimischen Verein, war aber noch nichts gegen den folgenden Tag.
Am Samstag teilte uns Mulolo Sensei mit, dass es nun definitiv härter wird und wir jetzt wie das belgische Nationalteam trainieren werden. Und so wurde es auch, sehr gut, aber anstrengender als ich es mir je vorgestellt hätte.
Schwerpunkt des Lehrgangs war Wettkampf-Kumite. Distanz, Bereitschaft, Schnellkraft, den Gegner beobachten, sehen und agieren. Zu Beginn jeder Einheit eine ordentliche Erwärmung mit Lauf- und Sprintübungen, Circletrainings, vielen Situps, Burpees, Liegestütze, allein am Samstag über 70 Minuten Kondition im ersten Training.
Wir arbeiteten hauptsächlich mit Kizami Zuki, Gyaku Zuki und Mawashi Geri, einzeln, als Zweier- oder Dreierkombination, Abstand verkürzen, angreifen, dabei Zukis vorschnellen lassen und schnell wieder zurückziehen. Was gibt den Ippon, also die Punkte im Kampf. Dazu passende Abwehr mit Te Nagashi Uke und Nagashi Uke und entsprechende Konter mit Gyaku Zuki oder einer Zukifolge, im Go no sen und sen no sen und immer mit Zanshin.
Jonathan Mulolo erklärte, zeigte vor, half und korrigierte und ließ uns wiederholen und wiederholen. Die Trainings mit Partner wurden ausschließlich mit Zahn- und Faustschützern durchgeführt, einfach sicherer, wenn man so am Limit agiert.
Nach jeder Einheit wurden mehr Füße verbunden aufgrund der vielen Blasen und das Auftreten und Gehen wurde immer schwerer. Das Niederknien zum Seiza in der letzten Einheit muss von außen fast lustig gewirkt haben und am Ende hatte kaum noch jemand einen sauberen Gang.
Danke an die Rotfüchse Berlin und Mulolo Sensei für diese lehrreiche und intensive Erfahrung, welche man bestimmt nicht so schnell vergisst.

Montag, 30. März 2026

Gasshuku mit Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Polen

Diesen Freitag bin ich mittags nach Zary in Polen gefahren, denn hier findet dieses Wochenende ein 3-tägiges Gasshuku mit Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro statt. Ausrichter ist der örtliche "Klub Karate Kontra" und viele Polen, aber auch viele Karatekas aus Deutschland sind der Einladung gefolgt. Alleine aus Berlin waren mit JKA Berlin, dem Fujinaga Dojo, PSV Basdorf und Rotfüchse Berlin viele bekannte Gesichter dabei. Nach dem Einchecken im Hotel noch etwas entspannt, frisch gemacht und dann ging es auch schon zum ersten Training.

Freitag
Die Halle wurde in zwei Bereiche aufgeteilt, bis Blaugurt auf der einen Seite, Braun und Schwarz auf der anderen.
Igarashi Sensei trainierte dieses Training die Fortgeschrittenengruppe und im Mittelpunkt seines Trainings standen:
Schnelle Schritte im Zenkutsu Dachi zurück und vor mit Kizami Zuki, Gyaku Zuki.
Aus großeren Abständen weite Schritte vor, wobei die Hüfte lange abgedreht im Hanmi bleibt und erst mit dem Stoß eingedreht wird.
Dabei tief stehen und bei den Schritten, Tritten und Stößen die gerade Linie halten.
Z.B:
- beide in Kamae mit Abstand, P1 vor ZK Kizami Zuki, P2 zurück Age Uke,
- beide in Kamae vordere Knie auf einer Höhe, P1 schnell zurück ZK Gedan Barai, vor ZK Kizami Zuki, P2 passiv,
- beide in Kamae mit Abstand, P1 vor ZK Kizami Zuki / Gyaku Zuki, P2 zurück Nagashi Uke,
- freiere Zweikämpfe, lockeres Hin und Her, bei der Abwehr aber nicht zurück, sondern bleiben und sogar eher mit Block vorgehen und sofort in Konter wechseln, den Partner also stressen,
Wichtig: schnell sein, vorwärts und rückwärts.
 
Zum Abschluss liefen wir mehrmals Tekki Shodan normal und in entgegengesetzter Richtung, mit und ohne Zählzeiten.

Samstag 1
Heute war die Halle besonders voll, was auch zu erwarten war. Wie ich später erfuhr, waren wir 320 Karatekas. Es wurde also etwas gedrängter.
Unsere erste Einheit mit Kurihara Sensei wurde sehr Kumite-lastig.
Erst Kihon-Ippo-Kumite und dann Jiyu-Ippon-Kumite mit:
- Oi Zuki Jodan,
- Oi Zuki Chudan,
- Mae Geri,
- Yoko Geri Kekomi,
- Mawashi Geri,
- Ushiro Geri,
Erst freie Abwehr und Konter, dann mit Konter auf jeweils gleicher Höhe wie der Angriff war und zuletzt sollte der Konter gleich sein wie zuvor der Angriff. Dazu war dann ein Kiri Kaeshi notwendig, also ein schneller Fußwechsel auf der Stelle. Dabei wird der fordere Fuß zurückgezogen und der andere Fuß geht vor mit der entsprechenden Technik.

Gegen Ende liefen wir Kanku Dai. Dem Sensei kam es besonders auf die Beachtung der schnellen und langsamen Passagen an. Wenn wir am Ende der Kata außer Atem sind, hätten wir es falsch gemacht.

Samstag 2
Diese Einheit hatten wir wieder bei Igarashi Sensei und wir begannen mit Kihon:
- aus Zenkutsu Dachi mit Gyaku Zuki,
- das vordere Bein wird herangezogen, dabei stark rausdrehen, aus Gyaku Zuki wird Tate Shuto, das andere Bein schiebt sich vor und es folgt ein Gyaku Zuki in ZK,
Während sich das andere Bein aus der abgedrehten Haltung vorschiebt, wirkt die Stellung wie ein Kokutsu Dachi, da der Schwerpunkt weit hinten liegt und man noch sehr weit abgedreht ist. Mit dem Gyaku Zuki verschiebt man dann die Kraft nach vorn mit Gyaku Zuki und der Hüfte in Gyaku Hanmi.
Das trainierten wir dann mit Partner, wobei ein Partner in passivem Shizentai blieb.

Dann kamen wir zum Schwerpunkt der Einheit:
- P1 Schritt vor ZK Oi Zuki Jodan / Gyaku Zuki Chudan,
- P2 Schritt zurück ZK Age Uke / gleicher Arm Soto Uke,
- P2 Gyaku Zuki,
- P1 Gedan Barai / Gyaku Zuki,
Diese Kombination war die Basis dieser Trainingseinheit. Igarashi Sensei zeigte uns immer wieder Verbesserungen dieser Kombination. Erst begannen wir recht statisch, dann mit mehr Yori Ashis, aus Age Uke und Soto Uke wurden Te Nagashi Ukes und die Hüfte wurde effektiv genutzt um sich rein und rauszudrehen, um die Zukis kraftvoll nach vorn bringen zu können. Später wurde die Kata noch um ein, zwei Zukis erweitert und wir trainierten ein ansatzloses Fließen von Zukis und Ukes.

Den Abschluss bildete die Kata Jion, welche wir mehrere Male liefen. Als Standard, dann jede Bewegung mit zusätzlichem leichtem Rutschen bzw. Gleiten, um das Rein und Raus der Bewegungen zu verdeutlichen, zuletzt jeder für sich, schnell und kraftvoll mit sehr deutlichen Hüfteinsatz.

Im Anschluss an das Training gab es noch Vorführungen des Klub Karate Kontra und der beiden japanischen Senseis in Kata und Kumite. Was die polnischen Karatekas zeigten, war schon sehr beachtenswert, aber Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro zuzuschauen war unglaublich. Einfach starkes Karate der derzeitigen Kata- und Kumitemeister der JKA All Japanese Championships 2025.

Abends ging es dann mit Kämpfern vom PSV Basdorf, JKA Berlin und den Rotfüchsen aus Grünau ins Restaurant und mit Essen, Getränken und vielen netten Gesprächen ging dieser Tag zu Ende.

Sonntag 1
Nach kurzer, aber effektiver Erwärmung- und Dehnungsphase übernahm Kurihara Sensei und begann mit der Kata Unsu, der Kata, welche er uns am Nachmittag zuvor vorführte. Wir nahmen die Kata in einzelne Sequenzen auseinander und der Sensei holte uns immer wieder zusammen, um einzelne Bewegungen und Techniken zu erklären. Da ich mich nicht erinnern kann, diese Kata schon einmal gelaufen zu sein, war für mich alles neu und spannend zu sehen, wie Kurihara Sensei uns Einzelheiten erklärte.
 
Sonntag 2
Das letzte Training dieses Lehrgangs und es wurde ganz anders, als die bisherigen.
Dieses Mal wurde nicht in zwei Gruppen eingeteilt, sondern wir bildeten alle einen großen Kreis. Dann zählten wir durch, wir waren immer noch über zweihundert Teilnehmer. Die einhundertste Person wurde benannt, wir stellten uns im Kiba Dachi auf und wiederholten nun Nami Ashi, andere Seite Zuki. Bis zur einhundersten Person zählte jeder in der Reihe zehn Wiederholungen, macht also 1000 Nami Ashi-Zuki-Kombinationen. Damit war klar, Tekki Shodan war das Thema des Trainings.
Weiter mit einzelnen Passagen dieser Kata, mal auch nur Schritte, mit einer Person auf dem Rücken oder ohne. Auf jeden Fall viele, viele Wiederholungen. So, wie traditionell Karate eingeschliffen wurde und wird. Zwischenzeitlich zeigte uns Kurihara Sensei, wie er es haben möchte, zwischen seinem und unserem Karate liegen noch Welten. Aber er zeigte uns die Spitze des Berges und den Weg, nur laufen müssen wir ihn selbst.
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
 Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary 
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
 Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary 
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary

Samstag, 7. März 2026

DJKB-Dojoleiter-Tag 2026

Am heutigen Samstag fand das jährliche Treffen der DJKB-Dojoleiter statt und unser Dojo, der "Tonbo Dojo Berlin", war erstmal Ausrichter dieser Veranstaltung.
Ab 7:30 Uhr trafen die ersten Helfer an der Merlitz-Sporthalle in Berlin-Adlershof ein, denn es gab einiges zu tun, schließlich hatten sich circa 150 Gäste aus ganz Deutschland für dieses Treffen angesagt. Viele Helfer aus dem Verein hatten im Vorfeld Kuchen gebacken und Salate angerichtet, Aufsteller und Infoblätter waren gedruckt, T-Shirts für die Helfer bedruckt, diverse Einkäufe getätigt. Vor Ort wurden dann viele Stühle und Tische gerückt, eine Menge Brötchen geschmiert und belegt, die große Sporthalle dekoriert und so einige Kannen Kaffee gekocht. Als dann die ersten Teilnehmer der Veranstaltung eintrafen, war alles für diese große Veranstaltung bereit.
Nach der Begrüßung der Dojoleiter durch den Verbandspräsidenten Markus Rues stand für die DJKB-Dojoleiter zuerst eine gemeinsame Trainingseinheit unter Leitung von Bundestrainer Thomas Schulze auf dem Programm, auch für uns Zuschauer von der Tribüne sehr interessant. Hauptthemen waren Zanshin in verschiedensten Situationen, strukturiertes Jiyu-Ippon-Kumite und die JKA-Standardisierung in den Heian-Katas und Tekki Shodan. Erläutert wurde an vielen Beispielen in Kihon, Kumite und den genannten Katas.
In der Mittagspause wurden wir dann im Imbissbereich förmlich überrannt, aber unser Miteinander funktionierte und alle Gäste konnten bestens versorgt werden.
Am Nachmittag folgten für die Dojoleiter dann Workshops zu den Themen "Trainerpersönlichkeit - Umgang mit Kindern und Jugendlichen in unseren Dojos", "Das DJKB-Schutzkonzept und dessen Anwendung in unseren Vereinen und Dojos"  und "Ausblick auf die neue DJKB-Prüfungsordnung", von denen besonders der Workshop zur neuen Prüfungsordnung (gültig ab 2027) ein großes Thema in den Dojos sein dürfte.
Insgesamt ein großer Tag für unseren Verein und das überaus positive Feedback bestätigte die Arbeit underer Dojoleiter Antje und Andi sowie vieler fleißiger Helfer und Unterstützer.




Sonntag, 28. September 2025

Lehrgang mit André Bertel

Auf Einladung des Keiko Dojo Wildau fand an diesem Wochenende der erste Lehrgang mit André Bertel nahe Berlin statt und die Teilnahmebestätigung hatte ich schon seit einem halben Jahr in meinem Postfach. Austragungsort war die Paul-Dinter-Halle in Königs Wusterhausen und schon das Ankommen war sehr angenehm. Eine große, lichtdurchflutete Sporthalle mit Tribüne erwartete uns und bei der Anmeldung bekam man vom Veranstalter einen Briefumschlag mit einem Infoblatt über den Ablauf der beiden Tage, eine Teilnahmesticker für den Verbandsausweis und einen Sticker für den Gürtel als Eintrittskarte. Das kannte ich so auch noch nicht.
André Bertel erklärte uns gleich zu Beginn, dass seine Lehrgänge stilrichtungsoffen sind. Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern er wollte uns Wege zeigen, wie sein Verständnis des Karate zum Ziel führen. Ob wir das Erlernte danach im heimischen Dojo anwenden können in unserer Stilrichtung, in unserem Verband oder unter unserem Trainer ist dahingestellt, auf jeden Fall wird unser Wissen erweitert.
Als roter Faden diente die Kata Niju Happo, welcher André Bertel erstmalig außerhalb Japans lehrte. Diese von Asai Sensei entwickelte Kata bauten wir Schritt für Schritt auf, André erläuterte uns seine Interpretationen, worauf es dabei ankommt und demonstrierte mit Freiwilligen die verschiedenen Bunkaimöglichkeiten dieser Kata. Stände, Zukis, Würfe, Hebel, Fegetechniken, dynamische Bewegungen, wie Kraft und Druck aufbauen, wie wichtig die Lockerheit zu Beginn einer Technik bis zum Kime ist und vieles mehr waren Punkte, welche er uns näher brachte.
Zu jeder Kombination, welche er uns demonstrierte, gehörte im Anschluss das Training mit Partner, um das gesehene umzusetzen und zu verstehen. Und in zwei Tagen, vier Einheiten und insgesamt 7,5 Stunden Training war es einfach eine Menge, was André Bertel über 120 Teilnehmern aus 12 Nationen mit sichtlich viel Spass näher brachte. 


© André Bertel. Oita City, Japan (2025).




Sonntag, 20. Juli 2025

Brandenburger Sommerlager 2025

Der JKA Berlin veranstaltete auch dieses Jahr wieder das Brandenburger Sommerlager in Basdorf vor den Toren Berlins und wie jedes Jahr war auch dieses Wochenende die Halle wieder sehr gut gefüllt mit circa 120 Karatekas aus verschiendenen Dojos Deutschlands und Gästen aus Polen.
An beiden Tagen gab es ein ausgewogenes Training aus Kihon, Kumite und Kata.
 
Hier ein kleiner Auszug:
Kihon:
- Dreierkombinationen, vor eine Angriffstechnik, zurück Abwehrtechnik und Konter Gyaku Zuki, 
- Aus Kamae:
1. Das vordere Bein zurückholen und mit dem anderen Bein vor mit Oi Zuki.
2. Das hintere Bein nach vorn holen, das andere Bein nach hinten setzen mit Age Uke,
- Oi Zuki Jodan und Chudan, Mae Geri, Yoko Geri Kekomi, Mawashi Geri,
- Aus verschiedenen Katas wurden bestimmte Technikübergänge trainiert,
 
Kumite:
Tori: 6x vor Oi Zuki,
Uke: gerade zurück mit Age Uke, zur Seite zurück, gerade mit YA zurück, mit YA zur Seite zurück, vorderes Bein zur Seite und hinteres rausdrehen, hinteres Bein zur Seite und vorderes Bein nach hinten seitlich raus,

Tori: vor Oi Zuki Jodan / Gyaku Zuki Chudan,
Uke: zurück Te Nagashi Uke Jodan / Te Nagashi Uke Chudan, Konter,
 
Tori: Gyaku Zuki, vor Oi Zuki (überlaufener Gyaku Zuki)
Uke: geht nur mit,

Tori: YA Oi Zuki Jodan, YA Oi Zuki Chudan, Schritt vor Oi Zuki Jodan, YA Oi Zuki Chudan,
Uke: ging die entsprechenden Schritte mit und wehrte mit Te Nagashi Uke ab, dann Konter, 
 
Katas:
- Heian Godan, Tekki Shodan, Bassai Dai, Jion, Empi, Kanku Dai,
 
Wieder einmal ging es hauptsächlich darum, gewisse Techniken, Abläufe und Timing zu verinnerlichen und zu verbessern und natürlich das Miteinander.




Samstag, 28. Juni 2025

Lehrgang mit Shimizu Sensei

Der heutige Lehrgang war schon seit Wochen im Kalender markiert und so machte ich mich heute früh auf den Weg nach Berlin-Lichtenberg. Auf Einladung vom Berliner Fujinaga-Dojo war Shimizu Keigo vom Yamato Düsseldorf e.V. zu Gast. Der Japaner, welcher seit 26 Jahren in Deutschland lebt, spricht sehr gut Deutsch und brauchte somit keinen Dolmetscher. Er wechselte sehr viel in seinen Erklärungen zwischen beiden Sprachen und es machte einfach sehr viel Spass, ihm zuzuhören.
Insgesamt 4 Trainingseinheiten standen auf dem Programm und bei den aktuellen sommerlichen Temperaturen war man am Ende auch recht gut geschafft. Unter dem Motto "Das Wasser fließen lassen" zeigte er uns, dass Bewegungen, Techniken usw. nicht abgehackt, sondern ineinander übergehnend und fließend sein sollen.
 
1. Einheit:
- Heian 1 - 5
Wir liefen die fünf Heian-Katas langsam, aber dafür mit vielen Erklärungen und Kontrolle.
 
2. Einheit:
- Suri Ashi mit Gyaku Zuki,
Der hintere Fuß steppt heran, dann wird vorderer Fuß nach vorn gedrückt.
- Suri Ashi mit Kizami Mawashi Geri,
Getreten wurde mit Heisoku, also dem Spann.
- Suri Ashi Kizami Mawashi Geri, dann sofort Suri Ashi Gyaku Zuki,
Je nach Distanz zum Partner ist auch ein doppelter Suri Ashi möglich, wenn der Partner zu schnell im Rückwärtsgang unterwegs ist.
 
3. Einheit:
- Schritt vor Kizami Zuki, Gyaku Zuki, dann vorderes Bein vorschieben und überlaufenen Gyaku Zuki,
- Kizami Mawashi Geri, dann vorderes Bein vorschieben und überlaufenen Gyaku Zuki,
- Überlaufenen Gyaku Zuki, Gyaku Zuki,
Für den überlaufenen Gyaku zuki tief reingehen, von unten Richtung Jodan stoßen.
 
4. Einheit:
- Bassai Dai, Jion Kanku Dai, Enpi,
 
Besonders gut hat mir heute gefallen, dass der Sensei uns sehr häufig zusammengeholt hat, um uns Fehlermöglichkeiten zu zeigen und wie diese zu vermeiden sind. Alles in Ruhe erklärt, hier und dort eine Anekdote eingebaut und uns mit seiner sympathischen, ruhigen Art und einer Prise Humor bei Laune gehalten. Dazu Einblicke in japanische Gepflogenheiten und Traditionen. Ein sehr schöner JKA-Lehrgang, Oss!





Sonntag, 16. Februar 2025

Winter-Camp und Prüfung

Gestern fand das jährliche Winter-Camp des JKA Berlin statt. Der dreistündige Lehrgang war wieder sehr gut besucht und da ich die JKA-Berlin-Lehrgänge seit einigen Jahren sehr regelmäßig besuche, ist es immer wieder schön, viele mittlerweile bekannte Gesichter wiederzutreffen. Hauptschwerpunkte des Lehrgangs waren Kaeshi-Ippon-Kumite (mit vielen verschiedenen Kombinationen und Wiederholungen) und die Katas Heian Godan, Tekki Shodan und Bassai Dai für die im Anschluss folgenden Prüfungen. Und da sind wir auch schon bei meiner Herausforderung, welcher ich mich nach dem Lehrgang stellen wollte, der Prüfung zum 2. Kyu.
Anders als ich es bisher kannte, fand die Prüfung nach einem offenen Lehrgang statt und somit blieb auch ein Großteil der Teilnehmer als Zuschauer in der Halle. Viel spannender war aber die Umstellung von DKV zu JKA. Die letzten Wochen und Monate war Dorian freitags sehr bemüht, mir beizubringen, auf was im JKA geachtet wird und wie ich das in den Techniken und Katas umsetze und ich muss gestehen, es war und ist nicht so einfach. Die Unterschiede sind generell nicht so gravierend, aber es gibt nicht wenige und wenn sich etwas eingeschliffen hat, dann agiert man oftmals schon automatisch. Änderungen in den Abläufen zu verstehen ist das eine, sich anzupassen und diese umzusetzen, das andere. Und um die Prüfungen nach JKA-Richtlinien zu bestehen, musste und wollte ich mich entsprechend umstellen. Am Ende waren die Anstrengungen erfolgreich, die vielen Augen, welche auf uns drei Prüflinge zum 2. Kyu gerichtet waren, ausgeblendet und die Prüfung bestanden. Der Weg geht weiter.

 

Sonntag, 8. Dezember 2024

Wintercamp JKA Berlin

Gestern fand mit dem Wintercamp des JKA Berlin mein letzter geplanter Lehrgang für dieses Jahr statt und mit Gästen aus Polen und Litauen kamen über 120 Teilnehmer zusammen. Wieder in zwei Gruppen geteilt, 9. bis 6. Kyu und 5. Kyu bis Dan, wurden wir 3 Stunden lang von Dirk und Pierre Leiding trainiert, wobei nach der Hälfte gewechselt wurde.
Erst etwas Kihon, dann Kombinationen mit Partner und zuletzt Katas waren die Schwerpunkte, also genau die drei Säulen des Shotokan-Karate. In beiden Durchgängen waren eine starke Hüftarbeit, festmachen und entspannen der Leisten in der Vorwärts- und Rückwärtsbewegung und saubere Techniken gefragt. Was macht welche Technik aus, was ist es wirklich ein Kokutsu Dachi und wann etwas ähnliches? Bei den Katas waren hauptsächlich die Katas gefragt, welche entsprechend des Kyugrades prüfungsgemäß präsent sein sollten. Von Heian Godan, Tekki Shodan, Bassai Dai zu Jion liefen wir diese gemeinsam und unterteilt nach Gurtfarben unter den strengen Augen der Trainer.
Ein sehr schöner Lehrgang mit gut nachvollziehbaren Kombinationen und sehr brauchbaren Hinweisen für Bewegungs- und Technikumsetzungen.

Sonntag, 17. November 2024

November Camp mit Ohta Sensei

Am Samstag fand fand auf Einladung von Pierre und Dirk Leiding das diesjährige November Camp des JKA Berlin mit Ohta Sensei statt. Zwei Einheiten bis 4. Kyu und zwei Einheiten ab 3. Kyu standen auf dem Programm und es war wieder richtig gut. Ohta Sensei hat ein großes Augenmerk auf Techniken und Kombinationen und diese standen auch diesmal wieder im Mittelpunkt.

Zu jeder Einheit gehörte wie immer eine kurze Erwärmung und dann ging es im Kihon mit Einzeltechniken und kleinen Kombinationen los. Nachdem diese mehrfach bahnweise trainiert wurden, wurden die Kombinationen dann mit Partner im Kumite als Bunkai umgesetzt. Zu jeder Einheit gehörten mehrere Bunkaikombinationen, so dass alle recht gut gefordert wurden. Währenddessen und in häufigen Unterbrechungen korrigierte uns ein gut gelaunter Ohta Sensei und zeigte, auf was es ihm in den Umsetzungen ankam.

Am Ende jeder Einheit wurde dann die jeweilige Kata gelaufen, aus welcher die zuvor gelaufenen Techniken und Kombinationen stammten. Ich habe gestern an drei Einheiten teilgenommen, viel mitgenommen und fuhr müde und dankbar nach Hause.
 

 

Samstag, 21. September 2024

JKA Berlin Autumn Camp 2024

Heute ging es mal wieder in den Norden Berlins zum Autumn Camp des JKA Berlins. Zeitlich war mir nur das Samstagstraining möglich, aber aufgrund meiner krankheitsbedingen Pause wollte ich es auch nicht gleich übertreiben. Wenn die beiden JKA-Headquarter-Instruktoren Imura Takenori (8. DAN) und Siina Katsutoshi (8. DAN) kommen, dann wird die Halle bzw. der Dojo voll. Geschätzt mehr als 140 Leute waren heute dort, u.a. aus allen Richtungen Deutschlands, aus Polen und Litauen.
In der Gruppe der Braun- und Schwarzgurte begannen wir in beiden Einheiten mit Kihon und gingen dann über in Kumiteübungen mit Partner.

- ZK vor Shuto Uchi von außen / von innen, Abwehr Te Nagashi Uke,
- beide in KB, abwechselnd Oi Zuki, Abwehr Soto Uke,
- ZK vor Uraken / Gyaku Uraken, Abwehr frei,
- ZK vor Jodan Zuki / Gyaku Chudan, Abwehr frei,

Weiter in Dreiergruppen: Zwei abwehrende Partner standen um 45° nach außen versetzt vor Tori, beide äußeres Bein vor. Tori stand mittig und ging dann mit rechts vor zum linken Partner mit Gyaku Zuki Chudan / Oi Zuki Jodan. Vorderer Fuß zieht zurück in Yoi und nun links vor zum rechten Uke, wieder mit Gyaku Zuki Chudan / Oi Zuki Jodan. Die Ukes reagierten jeweils mit Oi Zuki Jodan / Gyaku Zuki Chudan. Shiina Sensei wollte vor allem Geschwindigkeit und viel Hüfte sehen und ließ uns so lange wiedeholen, bis er (einigermaßen) zufrieden war.

Weiter in größerer Gruppe, eine Person in der Mitte und arbeitete sich nun im Kreis gegen die umstehenden Partner ab. Jeweils 8 - 10 Angriffe zu einer außenstehenden Person, weiter zur nächsten. Die Ukes wehrten lediglich mit leichten Te Nagashi Ukes ab. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit aber Stress pur.

Zuletzt liefen wir noch die Katas Tekki Nidan und Jion mit ein paar Bunkaiübungen, bevor wir uns ein paar Katas der anstehenden Dan-Prüflinge anschauten.

Auch Schlatt war dabei
Shiina Sensei und ein Black-Belt-Cookie


Sonntag, 7. Juli 2024

Brandenburger Sommerlager des JKA Berlin

An diesem Wochenende fand das Brandenburger Sommerlager des JKA-Berlin im brandenburgischen Basdorf statt. Dirk und Pierre Leiding hatten geladen und über 100 Teilnehmer kamen. Für den Lehrgang wurde in zwei Gruppen eingeteilt, Weiß bis Grün und Blau bis Schwarz, das Training war fordernd und es wurde ordentlich geschwitzt. wobei sich Dirk und Pierre mit dem Training der beiden Gruppen abwechselte.
Erst etwas Kihon, dann 3er- und Viererkombinationen mit Partner. Kae Ashi, Yori Ashi und Tsugi Ashi, geschnappte und gestoßene Tritte, verteidigend nach hinten oder mit seitlichem Ausweichen mittels Tai Sabaki, vorgegebene und frei Konter. Danach Katas entsprechend den Gürtelfarben.
Viel Abwechslung und Schweiß, aber auch vertiefendes Wissen zu den ausgeführten Techniken, zusammen in einer großen Gemeinschaft, immer wieder gern.
 

Samstag, 15. Juni 2024

Fujinaga-Memorial-Gasshuku mit Nemoto Sensei

Auf diesen Lehrgang habe ich mich schon seit Monaten gefreut. Dass ausgerechnet jetzt meine rechte Ferse Probleme bereitet, passt natürlich gar nicht, aber mit Schmerztabletten wurde die Teilnahme gesichert.
Thomas Frommer hatte dieses Memorial-Gasshuku ins Leben gerufen, um seinen Lehrmeister Fujinaga Sensei zu Ehren, welcher in diesem Jahr seinen 80 Geburtstag gefeiert hätte, aber schon 1995 verstarb.
Für diesen Lehrgang lud Thomas den 6-maligen Sieger der All-Japan-Meisterschaften und aktuellen Trainer der japanischen Kumitemannschaft Nemoto Sensei erstmalig nach Deutschland ein.

Freitags-Training, Stände
Zenkutsu Dachi, Kokutsu Dachi und Kiba Dachi. Schwerpunkt absenken, Fuß in die entsprechende Richtung schieben.
Zenkutsu Dachi:
Variante 1: Hinteren Fuß etwas heranziehen, Gewicht auf vorderes Bein drücken, herangezogenen Fuß weiter nach vorne mit Zuki.
Variante 2: Hinteren Fuß vor den vorderen schieben, Gewicht auf jetzt hinteres Bein drücken, herangezogenen Fuß weiter nach vorne mit Zuki.
Kokutsu Dachi:
Aus Musubi Dachi, Schwerpunkt absenken, Knie nach innen zusammendrücken, einen Fuß nach vorne schieben, Gewicht bleibt auf hinteren Fuß.
Kiba Dachi:
Ein Bein zur Körpermitte heran- u. hochziehen, Mae Geri treten, Bein wieder zur Seite absetzen. Partner hielt von hinten Hände auf die Schultern, damit der Tretende sich nicht zur Seite bewegt, sondern seinen Stand behält.

Abschluss mit der Kata Heian Sandan, wobei einzelne Passagen als Kumite mit Partner gelaufen wurde.

Wichtig: Kime im richtigen Moment, das anschließende Entspannen des Körpers ist aber gleichzeitig ein aktives Vorbereiten der nächsten Technik. Entspannung ist also gleichzeitig Zanshin.

Samstag, 1. Training.
Zum heutigen Training kamen neben Nemoto Sensei auch zwei Überraschungsgäste: Nemoto Isao Shihan, der 80jährige Vater von Nemoto Sensei und Saeki Minoru Shihan (7. Dan), Chiefinstructor JKA-Kanada. Beide waren so freundlich zu assestieren und gingen während beider Trainingseinheiten korrigierend durch die Reihen der Teilnehmer.

1. Einheit
Shizentai, linke Hand vor, 90 Grad nach links über linken Standfuß, Zuki rechts.
90 Grad zurück über linken Standfuß, Zuki rechts.

Yoko Geri Kekomi, erst alleine, dann am Partner. Beide hielten sich erst an den Händen, und der Tretende drückte mittels Hüftdrehung den Partner weg. Danach schnelleres Vorgehen, mit passivem Partner.

Kombi 1:
Schritt vor Jodan / Gyaku Chudan,
Schritt zurück Age Uke / Soto Uke / Konter,
Kombi 2:
Tori: Schritt vor Mae Geri,
Uke: Schritt zurück Gedan Barai, Konter Mae Geri,
Beide Kombinationen zuerst als Kihon-mäßiges Kumite, dann Jiyu-Ippon-mäßiges Kumite mit Yori Ashi zw. den Techniken.

2. Einheit Kumite
Jiyu-Ippon-Kumite
YA Gyaku Zuki, YA Kizami Zuki alleine u. mit Partner, wobei beide gleichzeitig agierten.
YA Gyaku Zuki, YA Gyaku Zuki,
Tori: YA Kizami Zuki / YA Gyaku Zuki,
Uke: YA Te Nagashi Uke / YA Te Nagashi Uke,
Aufpassen, dass bei Angriff mit Gyakuseite das voreilige Öffnen der Oi-Schulter dem Gegner kein Zeichen gibt. Oi-Seite erst sehr spät in Hanmi zurücknehmen.

Zum Ende wurde es nochmal stressig. Eine Angriffskombi sollte so schnell wie möglich kraftvoll nach vorne gelaufen werden, der Gegner regelrecht überlaufen werden. Zuerst ohne Gegner, dann mit passiv zurückgehendem Partner. Beide sollten nur auf die Techniken des Gegners achten, nicht auf den Boden oder auf die Schritte des anderen.

Nemoto Sensei holte uns sehr oft zusammen, um Abläufe, Fehler und Verbesserungen zu zeigen. Sehr krass war seine Kraft und Schnelligkeit, mit welchen er uns zeigte, wie Techniken sein sollen.
Sonntag
Für heute standen zwei Katas auf dem Programm.
In der ersten Einheit befassten wir uns mit Jion und in der zweiten Einheit des Tages liefen wir dann Sochin. In beiden Trainings liefen wir zuerst die Kata einmal und anschließend wurde diese Stück für Stück auseinander genommen und in kleinen Kombinationen trainiert. Dafür liefen wir diese Kombis alleine oder mit Partner. Alle paar Minuten holte uns Nemoto Sensei zusammen, zeigte uns wie die Techniken aussehen sollten und auf was es ihm ankommt, besprach mit uns was ihm bei uns auffiel und wie wir uns verbessern können.
Vor allem sollten wir darauf achten:
Dass auf Ausholbewegungen folgende schnelle Techniken so spät wie möglich kommen sollten, dann aber kurz und kraftvoll.
Im Kumite sollen wir wie Bulldozer vorgehen.
Stimmt in der Kata der Auftakt nicht, so war es dass mit der Kata.

Nach insgesamt drei Trainingstagen mit fünf Einheiten war ich froh, an diesem Gasshuku teilgenommen zu haben. Immer wieder war es imposant zu sehen, mit welcher Kraft und Schnelligkeit, aber auch mit was für einem Kime Nemoto Sensei die Techniken zeigte. Mit der hervorragenden Unterstützung von Dolmetscher Rene Winkler, vom Düsseldorfer Dojo Yamamoto, hat Thomas Frommer ein sehr schönes Gasshuku auf die Beine gestellt und Nemoto Senseis ersten Deutschlandbesuch war hoffentlich nicht der letzte.
Thomas Frommer, Nemoto Keisuke, ich, Rene Winkler