Montag, 30. März 2026

Gasshuku mit Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Polen

Diesen Freitag bin ich mittags nach Zary in Polen gefahren, denn hier findet dieses Wochenende ein 3-tägiges Gasshuku mit Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro statt. Ausrichter ist der örtliche "Klub Karate Kontra" und viele Polen, aber auch viele Karatekas aus Deutschland sind der Einladung gefolgt. Alleine aus Berlin waren mit JKA Berlin, dem Fujinaga Dojo, PSV Basdorf und Rotfüchse Berlin viele bekannte Gesichter dabei. Nach dem Einchecken im Hotel noch etwas entspannt, frisch gemacht und dann ging es auch schon zum ersten Training.

Freitag
Die Halle wurde in zwei Bereiche aufgeteilt, bis Blaugurt auf der einen Seite, Braun und Schwarz auf der anderen.
Igarashi Sensei trainierte dieses Training die Fortgeschrittenengruppe und im Mittelpunkt seines Trainings standen:
Schnelle Schritte im Zenkutsu Dachi zurück und vor mit Kizami Zuki, Gyaku Zuki.
Aus großeren Abständen weite Schritte vor, wobei die Hüfte lange abgedreht im Hanmi bleibt und erst mit dem Stoß eingedreht wird.
Dabei tief stehen und bei den Schritten, Tritten und Stößen die gerade Linie halten.
Z.B:
- beide in Kamae mit Abstand, P1 vor ZK Kizami Zuki, P2 zurück Age Uke,
- beide in Kamae vordere Knie auf einer Höhe, P1 schnell zurück ZK Gedan Barai, vor ZK Kizami Zuki, P2 passiv,
- beide in Kamae mit Abstand, P1 vor ZK Kizami Zuki / Gyaku Zuki, P2 zurück Nagashi Uke,
- freiere Zweikämpfe, lockeres Hin und Her, bei der Abwehr aber nicht zurück, sondern bleiben und sogar eher mit Block vorgehen und sofort in Konter wechseln, den Partner also stressen,
Wichtig: schnell sein, vorwärts und rückwärts.
 
Zum Abschluss liefen wir mehrmals Tekki Shodan normal und in entgegengesetzter Richtung, mit und ohne Zählzeiten.

Samstag 1
Heute war die Halle besonders voll, was auch zu erwarten war. Wie ich später erfuhr, waren wir 320 Karatekas. Es wurde also etwas gedrängter.
Unsere erste Einheit mit Kurihara Sensei wurde sehr Kumite-lastig.
Erst Kihon-Ippo-Kumite und dann Jiyu-Ippon-Kumite mit:
- Oi Zuki Jodan,
- Oi Zuki Chudan,
- Mae Geri,
- Yoko Geri Kekomi,
- Mawashi Geri,
- Ushiro Geri,
Erst freie Abwehr und Konter, dann mit Konter auf jeweils gleicher Höhe wie der Angriff war und zuletzt sollte der Konter gleich sein wie zuvor der Angriff. Dazu war dann ein Kiri Kaeshi notwendig, also ein schneller Fußwechsel auf der Stelle. Dabei wird der fordere Fuß zurückgezogen und der andere Fuß geht vor mit der entsprechenden Technik.

Gegen Ende liefen wir Kanku Dai. Dem Sensei kam es besonders auf die Beachtung der schnellen und langsamen Passagen an. Wenn wir am Ende der Kata außer Atem sind, hätten wir es falsch gemacht.

Samstag 2
Diese Einheit hatten wir wieder bei Igarashi Sensei und wir begannen mit Kihon:
- aus Zenkutsu Dachi mit Gyaku Zuki,
- das vordere Bein wird herangezogen, dabei stark rausdrehen, aus Gyaku Zuki wird Tate Shuto, das andere Bein schiebt sich vor und es folgt ein Gyaku Zuki in ZK,
Während sich das andere Bein aus der abgedrehten Haltung vorschiebt, wirkt die Stellung wie ein Kokutsu Dachi, da der Schwerpunkt weit hinten liegt und man noch sehr weit abgedreht ist. Mit dem Gyaku Zuki verschiebt man dann die Kraft nach vorn mit Gyaku Zuki und der Hüfte in Gyaku Hanmi.
Das trainierten wir dann mit Partner, wobei ein Partner in passivem Shizentai blieb.

Dann kamen wir zum Schwerpunkt der Einheit:
- P1 Schritt vor ZK Oi Zuki Jodan / Gyaku Zuki Chudan,
- P2 Schritt zurück ZK Age Uke / gleicher Arm Soto Uke,
- P2 Gyaku Zuki,
- P1 Gedan Barai / Gyaku Zuki,
Diese Kombination war die Basis dieser Trainingseinheit. Igarashi Sensei zeigte uns immer wieder Verbesserungen dieser Kombination. Erst begannen wir recht statisch, dann mit mehr Yori Ashis, aus Age Uke und Soto Uke wurden Te Nagashi Ukes und die Hüfte wurde effektiv genutzt um sich rein und rauszudrehen, um die Zukis kraftvoll nach vorn bringen zu können. Später wurde die Kata noch um ein, zwei Zukis erweitert und wir trainierten ein ansatzloses Fließen von Zukis und Ukes.

Den Abschluss bildete die Kata Jion, welche wir mehrere Male liefen. Als Standard, dann jede Bewegung mit zusätzlichem leichtem Rutschen bzw. Gleiten, um das Rein und Raus der Bewegungen zu verdeutlichen, zuletzt jeder für sich, schnell und kraftvoll mit sehr deutlichen Hüfteinsatz.

Im Anschluss an das Training gab es noch Vorführungen des Klub Karate Kontra und der beiden japanischen Senseis in Kata und Kumite. Was die polnischen Karatekas zeigten, war schon sehr beachtenswert, aber Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro zuzuschauen war unglaublich. Einfach starkes Karate der derzeitigen Kata- und Kumitemeister der JKA All Japanese Championships 2025.

Abends ging es dann mit Kämpfern vom PSV Basdorf, JKA Berlin und den Rotfüchsen aus Grünau ins Restaurant und mit Essen, Getränken und vielen netten Gesprächen ging dieser Tag zu Ende.

Sonntag 1
Nach kurzer, aber effektiver Erwärmung- und Dehnungsphase übernahm Kurihara Sensei und begann mit der Kata Unsu, der Kata, welche er uns am Nachmittag zuvor vorführte. Wir nahmen die Kata in einzelne Sequenzen auseinander und der Sensei holte uns immer wieder zusammen, um einzelne Bewegungen und Techniken zu erklären. Da ich mich nicht erinnern kann, diese Kata schon einmal gelaufen zu sein, war für mich alles neu und spannend zu sehen, wie Kurihara Sensei uns Einzelheiten erklärte.
 
Sonntag 2
Das letzte Training dieses Lehrgangs und es wurde ganz anders, als die bisherigen.
Dieses Mal wurde nicht in zwei Gruppen eingeteilt, sondern wir bildeten alle einen großen Kreis. Dann zählten wir durch, wir waren immer noch über zweihundert Teilnehmer. Die einhundertste Person wurde benannt, wir stellten uns im Kiba Dachi auf und wiederholten nun Nami Ashi, andere Seite Zuki. Bis zur einhundersten Person zählte jeder in der Reihe zehn Wiederholungen, macht also 1000 Nami Ashi-Zuki-Kombinationen. Damit war klar, Tekki Shodan war das Thema des Trainings.
Weiter mit einzelnen Passagen dieser Kata, mal auch nur Schritte, mit einer Person auf dem Rücken oder ohne. Auf jeden Fall viele, viele Wiederholungen. So, wie traditionell Karate eingeschliffen wurde und wird. Zwischenzeitlich zeigte uns Kurihara Sensei, wie er es haben möchte, zwischen seinem und unserem Karate liegen noch Welten. Aber er zeigte uns die Spitze des Berges und den Weg, nur laufen müssen wir ihn selbst.
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
 Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary 
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
 Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary 
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary
Kurihara Hidemoto und Igarashi Tatsuro in Zary

Dienstag, 24. März 2026

KW 13, Abwehr und Konter festigen

Montag
Verschiedene Laufübungen zu Beginn und Erwärmungs und Dehnungsübungen im Kreis.
Danach war Kihon dran, vorrangig Kombinationen aus mehreren Prüfungsprogrammen, jeweils vorwärts 5 Wiederholungen:
- ZK Sanbon Zuki,
- ZK Age Uke / Mae Geri hinten absetzen / Gyaku Zuki,
- ZK Soto Uke, umsetzen KB Yoko Empi / Tate Uraken, umsetzen ZK Gyaku Zuki,
- ZK Uchi Uke / Kizami Mae Geri / Kizami Zuki / Gyaku Zuki,
- KK Shuto Uke / Gyaku Zuki,
- Ren Geri,
- Mawashi Geri / Yoko Uraken,
- KB Übersetzschritt Yoko Geri Keage, mit anderem Bein Yoko Geri Kekomi,
- Sonoba Geri,

Im Anschluss ging es mit Kumite weiter und zwar Kihonn-Ippon-Kumite:
- Oi Zuki Jodan,
- Oi Zuki Chudan,
- Mae Geri,
- Yoko Geri Kekomi,
- Mawashi Geri,
Zuerst mit Ansage und Bestätigung, dann Ansage ohne Bestätigung, zuletzt ohne Ansage (die Reihenfolge war ja klar).
Besonders wichtig war darauf zu achten, dass beim Zurückgehen in der Abwehr der Abstand zu Tori nicht zu groß wurde und somit der Konter noch funktionierte.
Andererseits macht es auch keinen Sinn einen Trittkonter einzusetzen, wenn man zu nah aneinander steht und man gerade mal das Knie hochbekommt. Abwehr und Konter müssen sich einfach einschleifen. Es gibt zu bestimmten festen Angriffen gut passende Abwehrtechniken und Konter, welche fast immer einsetzbar sind und diese muss man für sich finden und festigen.

Mittwoch
Jonny übernahm spontan das gestrige Training und damit war klar, viel Zeit zum Durchatmen sollte es für uns nicht geben.
1.
- aus Age Uke in verkürztem Kamae, Belastung mehr auf hinterem Bein, Hüfte seitlich raus,
- Hüfte rein, hinteres Bein durchstrecken, Gyaku Zuki, vorderes Bein geht weit vor,
2.
- aus Soto Uke in verkürztem Kamae, Belastung mehr auf hinterem Bein, Hüfte seitlich raus,
- Hüfte rein, hinteres Bein durchstrecken, Gyaku Zuki, vorderes Bein geht weit vor,

Weiter mit Partner und Handpratze
Übung aus Age Uke in verkürztem Kamae, Hüfte rein, Bein durchstrecken, nach vorne schnellen mit Gyaku Zuki,

Zu dritt:
Partner in der Mitte wird von Gummiband um Hüfte von hinten gehalten und geht aus Kamae auf Partner mit Handpratze vor.
1. Dabei den Abstand so groß wählen, dass sich der Angreifer den Schritt sehr lang machen muss, um gerade noch die Pratze gut zu erreichen.
2. Abstand zur Pratze noch größer, Pratzenhalter geht aus Shizentai kleinen Schritt vor und im Vorgehen muss der Angreifer den Gyaku Zuki starten.

Zu zweit:
1.
Beide Partner links vor in verkürztem Kamae, Belastung hinteres Bein. Beide schieben sich wechselseitig mit den Handflächen mit ausgestrecktem oi-seitigem Arm (ähnlich Tate Shuto Uke) hin und her. Beim dritten Schub schnellt Tori mit Gyaku Zuki vor und es folgt ein Schritt vor in ZK, wobei man mit dem Bein an Uke vorbei geht. Das wäre dann der überlaufene Gyaku Zuki. Zuerst der Gyaku Zuki, dieser zieht den Schritt mit sich. Der Gyaku Zuki kommt direkt aus der Kamae-Haltung, somit ist der Start des Stosses für Uke nicht wirklich sichtbar und wird überrascht.
2. Beide in verkürtem Kamae, P1 kommt mit Yori Ashi leicht vor, P2 kommt im Moment der Bewegung von P1 mit Gyaku Zuki vor. P2 muss also schneller als P1 sein. Sollte die Deckung im Weg sein, wird diese mit der vorderen Hand weggestoßen.

Schnelligkeit stand im Mittelpunkt des Trainings und Jonny wollte auch das Maximum sehen. Aber es war richtig gut und wir haben verstanden, was von uns erwartet wurde. Besonders wichtig und Voraussetzung ist eine entsprechende Lockerheit in der Bewegung. Je angespannter man in die Techniken gehen, desto langsamer sind wir auch. Also locker und entspannt beginnen und das Kime auf den Punkt. 

Mittwoch, 18. März 2026

KW 12, Anstrengende Tritte zum Wochenbeginn

Montag
Ura Mawashi Geri und Ushiro Geri sollten an diesem Abend Trainingsschwerpunkt werden, entsprechend bein- und hüftlastig waren dann auch die Dehnungsübungen.
Wir begannen mit einer leichten Aufwärmübung:
Ein Partner mit einem Knie am Boden, das andere aufgestellt. Während der andere Partner nun diverse Tritte zum Körper des Knieenden ausübte, musste der andere diese Tritte abwehren. Trittstärke nicht zu doll, aber so, dass der Abwehrende warm wurde.

Ura Mawashi Geri:
- P1 kniet am Boden, ein Bein aufgestellt, auf dieser Seite Unterarm rechtwinklig schräg nach oben halten, so dass Hand auf Kopfhöhe ist. P2 in Kamae zu P1, hinteres Knie neben Hand von P1 hochziehen, Hüfte eindrehen und mit Fußsohle an Hand vorbei zum Kopf von P1.
- wie zuvor, aber Knie bleibt vorn ohne abzusetzen,
- P1 hält Handpratze schräg hinter sich, P2 in Kamae vor P1, hinteres Knie hochziehen schräg neben Körper von P1, Hüfte eindrehen und mit Ferse auf Pratze treten,

Ushiro Geri:
- in Shizentai zur Wand stellen, mit Händen an Wand abstützen. Knie hochziehen und gestreckt nach hinten treten. Knie wieder Richtung Wand hochziehen, wieder nach hinten treten, ...
- in ZK Kamae, Zählzeit 1: 180°-Drehung, dabei das zuvor hintere Knie hochziehen. Zählzeit 2: Bein nach hinten durchstrecken, wieder 180°-Drehung und dabei Knie wieder zurückziehen, dann Bein absetzen in ZK.
- anschließend beide Bewegungen auf eine Zählzeit,
- Jiyu-Ippon-Kumite: P1 in Kamae, tastet sich heran, Tritt mit Ushiro Geri, P2 aus Shizentai ein Bein zurück, rausdrehen und Abwehr mit Nagashi Uke,
- P1 mit großer Pratze in Chudan-Bereich, P2 tritt mit Drehung Ushiro Geri,

Beim Ushiro Geri sollte der Blick über die Schulter erst zum Ende kommen und auch nur leicht. Den Oberkörper für den Blick nicht mit einbringen, da sich sonst die Hüfte öffnet und der Tritt nicht mehr sauber nach hinten geht.

Nachtrag zur Deutschen Meisterschaft des DJKB 2026, zu welcher der Tonbo Dojo mit sechs Startern angetreten war:
- Jonny wurde Vizemeister im Kumite Einzel, 
- 3. Platz Kumite Team, gestartet für HKC Magdeburg, 
- Finaleinzug Kata Team, aber aufgrund einer Verletzung nach einem Unfall eines Teammitglieds auf Start verzichtet,
 
Mittwoch
Kumite mit Partner in Kamae, 3 Matten Abstand:
Uke geht auf Tori zu, Tori wartet auf richtigen Abstand und greift an mit:
- YA Kizami Zuki,
- YA Mae Geri,
- YA Gyaku Zuki,

Dazwischen Standübungen vor den Spiegelwänden in Kokutsu Dachi:
- Jodan Heiwan Uke, Jodan Kamae - Soto Uke, Gyaku Tettsui Uchi - Tettsui Uchi, (Anfangssequenz Heian Nidan),
-  Tsukami Yose - Tettsui Uchi - Gyaku Zuki, 
Ein Partner hält das vordere Knie des Ausführenden, besonderes Augenmerk auf die Hüftarbeit.

Kihon:
Zwei Reihen, 3er- oder 4er-Kombi wird angesagt, erste Reihe läuft Kombi mit 5 Wiederholungen, am Ende der Bahn Mawate und Gyaku Zuki. Ist erste Reihe fertig, startet zweite Reihe, insgesamt 6 verschiedene Kombinationen.

Jiyu-Ippon-Kumite
- Kizami Zuki, Oi Zuki Jodan, Gyaku Zuki, Mae Geri, Mawashi Geri, Ushiro Geri,
1. Ansage Technik, warten auf Bestätigung von Uke mit "Oss",
2. Ansage Technik, nicht auf Bestätigung von Uke warten,
3. Ansage Technik, Uke geht auf Tori, wenn Abstand stimmt greift Tori an, Uke muss aus seinem Vorwärtsgang abwehren und kontern,
 
Besonders die letzte Übung fand ich herausfordernd, denn Uke musste aus seinem Vorwärtsgang im Moment des Angriffs diesen abwehren und kontern.
 
Freitag
Heute hatten wir mal wieder Trainingsgäste aus Forst dabei und es wurde recht viel vom Mittwochstraining zur Festigung wiederholt. Oftmals besser, als in jeder Trainingseinheit neues zu trainieren, denn vieles muss sich einschleifen, also immer wieder und wieder trainiert werden, um es zu verinnerlichen. Bis auf die Kihonbahnen wiederholte Andi mit uns also:
- Kumite - Uke geht auf Tori zu,
- Zukis in Kokutsu Dachi vor Spiegelwand,
- Jiyu-Ippon-Kumite,
 
Im Anschluß liefen wir die Kata Gankaku. Erst komplett mit Zählzeiten, dann einzelne Passagen und zuletzt nochmals ohne Zählzeiten.

Dienstag, 10. März 2026

KW 11, Viel und intensiv

Montag
Wir begannen mit Laufübungen:
- vorwärts mit Zukis, Uraken, Armkreisen, anfersen, Knie hoch,
- rückwärts, seitwärts,
- Ausfallschritt,
- Ausfallschritt mit Gyaku Zuki,
- Ausfallschritt, hochkommen mit Mae Geri,

Danach eine ausgiebige Dehnung und weiter mit Kihon.
Kombination, erst mit einzelnen Zählzeiten, dann jeder für sich. Nicht zu schnell, dafür sehr sauber:
- Shizentai, linke Faust vor,
- re. vor ZK Oi Zuki / li. Gyaku Zuki, zurück Shizentai re. Zuki,
- li. vor ZK Oi Zuki / re. Gyaku Zuki, zurück Shizentai li. Zuki,
- nach re. KB mit Uchi Uke / li. Gyaku Zuki, zurück Shizentai re. Zuki,
- nach li. KB mit Uchi Uke / re. Gyaku Zuki, zurück Shizentai li. Zuki,
- li. zurück KK Shuto Uke / re. Gyaku Zuki, zurück in Shizentai re. Zuki,
- re. zurück KK Shuto Uke / li. Gyaku Zuki, zurück in Shizentai li. Zuki,
- li. zurück ZK Age Uke / re. Gyaku Zuki, zurück in Shizentai re. Zuki,
- re. zurück ZK Age Uke / li. Gyaku Zuki, zurück in Shizentai li. Zuki,

Anschließend bahnweise vor- und rückwärts diverse kleine Kombination, Mix aus Arm- und Tritttechniken.

Weiter paarweise mit Abhärtung:
- Soto Uke / Gedan Barai / Uchi Uke,
- wechselseitige Mawashi Geris gegen Oberschenkel,

Zuletzt liefen wir noch Katas. Erst alle gemeinsam Heian 1 - 5 und Tekki Shodan. Dann stellten wir uns in zwei Reihen gegenüber auf. Während in einer Reihe jeder seine nächste Prüfungskata lief, schaute die andere Reihe zu und ein fest zugeordneter Partner gab anschließend Verbesserungstips. Dann wurde getauscht.
Zuletzt liefen wir dann paarweise unsere Katas auf der Wettkampffläche, die anderen schauten zu.
Als Fortgeschrittener merkt man an dieser Stelle recht schnell, was flüssig geht, oder was besser laufen könnte. Auch wenn es kein Wettkampf oder eine Prüfung ist, so schauen doch viele Augen auf die jeweiligen Kataläufer und man absolviert seine Kata schon mit einer gewissen Anspannung.

Mittwoch
Nach einer Kata-Erwärmung, bei der wir langsam die Katas Heian 1 - 5 und Tekki Shodan liefen, ging es mit Kumite weiter.

Jiyu-Ippon-Kumite, mittlere Geschwindigkeit:
- Kizami Zuki, Oi Zuki, Mae Geri, Yoko Geri Kekomi, Mawashi Geri, Ushiro Geri,
Tori greift 6x nacheinander an, Uke mit Abwehr und Konter frei nach jedem Angriff.

Wechselseitiges Jiyu-Ippon-Kumite, mittlere Geschwindigkeit:
- Kizami Zuki, Oi Zuki, Mae Geri, Mawashi Geri, Ushiro Geri,
Nach dem ersten Angriff von P1 reagiert P2 mit Abwehr und freiem Konter. Danach kommt der gleiche Angriff von P2 und P1 blockt und kontert. Dann zweiter Angriff wieder von P1 usw.

Jiyu-Ippon-Kumite, mittlere Geschwindigkeit:
- Kizami Zuki, Oi Zuki, Mae Geri, Yoko Geri Kekomi, Mawashi Geri, Ushiro Geri,
Tori greift 6x nacheinander an, Uke geht bei jedem Angriff aktiv in den Angreifer rein und platziert seinen Angriff, bevor der gegnerische Angriff ihn selbst treffen kann (sen no sen)

Wechselseitiges Jiyu-Kumite, langsames Hin und Her, Verteider versuchte zu blocken und zu kontern. Ohne Technikansage, Uke musste schauen, welche Technik kommt.

Danach ähnliches Prinzip, wieder mit sen no sen: Uke versucht seine Technik vor dem Angreifer ins Ziel zu bringen. 

Jiyu-Kumite sehr langsam mit 2 Techniken. Partner muss versuchen seine Techniker vor oder nach der ersten Technik oder nach der zweiten Technik zu setzen.

Wir liefen insgesamt alle Angriffe sehr langsam und die Reaktion sollte nicht viel schneller sein. Aber bei den wechselseitigen Techniken und im Jiyu-Kumite war es doch nicht so leicht, ein nicht so angespanntes Fließen hinzubekommen. Da fehlte es mir definitiv noch an Erfahrung.
Alle Varianten liefen wir mit wechselnden Partnern, jeweils mehrere Runden. Da wir eine ungerade Teilnehmerzahl hatten, war in jeder Runde eine Person am Makiwara und trainierte Gyaku Zuki.

Zuletzt noch etwas Abhärtung, also partnerweise zusammen:
- Soto Uke, Gedan Barai, Uchi Uke,
- Zuki kommt vorn vorn, mit Te Nagashi Uke von außen nach innen wischen, mit anderer Hand übernehmen und weiterleiten, mit ers
- Kizami Mawashi Geri auf Innenseite Oberschenkel, Mawashi Geri auf Außenseite Oberschenkel, Kizami Mawashi Geri auf Innenseite hinteres Bein,
 
Freitag
Da einige unserer Trainer und Mitstreiter zu den Deutschen Meisterschaften nach Michelstadt gefahren sind, waren wir beim gestrigen Braun-Schwarz-Training nur viert, neben Lukas als Trainer.
Nach Erwärmung und Dehnung begannen wir mit Hüfttraining. Dazu stellten wir uns vor den Spiegelwänden auf:
- ZK Kizami Zuki / Gyaku Zuki,
- KB Uchi Uke,
- KB mit Choku Zuki auf 45°,
 
Mit Partner und Handpratze(n):
- ZK Gyaku Zuki,
- KB mit Choku Zuki auf 45°,
 
Lukas achtete beim Kihon und bei der Pratzenarbeit auf eine deutliche und starke Hüfte, aber natürlich auch auch die Knie, also den festen Stand.
 
In der zweiten Hälfte des Trainings liefen wir Tekki Shodan und Bassai Dai. Saubere Techniken und vor allem die Zählzeiten standen im Mittelpunkt. Da bei der Tekki auch einige Kopfdrehungen eigene Zählzeiten haben, war es gut dieses einzuschleifen. Ich mag es ja, wenn wir nur wenige Teilnehmer sind und der Trainer uns kontinuierlich beobachten und korrigieren kann. Schließlich ist es dass, wonach man strebt, eine bestmögliche Umsetzung. Auch wenn der Wille da ist, so ist vieles auch immer eine Frage der Mobilität des Einzelnen. Aber es sollte immer der Wille erkennbar sein und dass man an seine Grenzen geht.
Tolles Training, danke Lukas!

Samstag, 7. März 2026

DJKB-Dojoleiter-Tag 2026

Am heutigen Samstag fand das jährliche Treffen der DJKB-Dojoleiter statt und unser Dojo, der "Tonbo Dojo Berlin", war erstmal Ausrichter dieser Veranstaltung.
Ab 7:30 Uhr trafen die ersten Helfer an der Merlitz-Sporthalle in Berlin-Adlershof ein, denn es gab einiges zu tun, schließlich hatten sich circa 150 Gäste aus ganz Deutschland für dieses Treffen angesagt. Viele Helfer aus dem Verein hatten im Vorfeld Kuchen gebacken und Salate angerichtet, Aufsteller und Infoblätter waren gedruckt, T-Shirts für die Helfer bedruckt, diverse Einkäufe getätigt. Vor Ort wurden dann viele Stühle und Tische gerückt, eine Menge Brötchen geschmiert und belegt, die große Sporthalle dekoriert und so einige Kannen Kaffee gekocht. Als dann die ersten Teilnehmer der Veranstaltung eintrafen, war alles für diese große Veranstaltung bereit.
Nach der Begrüßung der Dojoleiter durch den Verbandspräsidenten Markus Rues stand für die DJKB-Dojoleiter zuerst eine gemeinsame Trainingseinheit unter Leitung von Bundestrainer Thomas Schulze auf dem Programm, auch für uns Zuschauer von der Tribüne sehr interessant. Hauptthemen waren Zanshin in verschiedensten Situationen, strukturiertes Jiyu-Ippon-Kumite und die JKA-Standardisierung in den Heian-Katas und Tekki Shodan. Erläutert wurde an vielen Beispielen in Kihon, Kumite und den genannten Katas.
In der Mittagspause wurden wir dann im Imbissbereich förmlich überrannt, aber unser Miteinander funktionierte und alle Gäste konnten bestens versorgt werden.
Am Nachmittag folgten für die Dojoleiter dann Workshops zu den Themen "Trainerpersönlichkeit - Umgang mit Kindern und Jugendlichen in unseren Dojos", "Das DJKB-Schutzkonzept und dessen Anwendung in unseren Vereinen und Dojos"  und "Ausblick auf die neue DJKB-Prüfungsordnung", von denen besonders der Workshop zur neuen Prüfungsordnung (gültig ab 2027) ein großes Thema in den Dojos sein dürfte.
Insgesamt ein großer Tag für unseren Verein und das überaus positive Feedback bestätigte die Arbeit underer Dojoleiter Antje und Andi sowie vieler fleißiger Helfer und Unterstützer.




Dienstag, 3. März 2026

KW 10, Spiegelarbeit

Montag
Mit höherem Kyu-Grad gehört auch das Selbststudium zum Training. Gerade als Fortgeschrittene sollten wir wissen, wie welche Stände aussehen, wie Techniken funktionieren, was uns von den Trainern immer und immer wieder mitgegeben wird. Dass man nicht immer alles richtig umsetzt, liegt nicht unbedingt am "nicht wollen", sondern viel mehr daran, dass man eigentlich glaubt, es richtig umzusetzen. Man sieht sich selbst ja selten beim Training.
Nach der gestrigen Erwärmung liefen wir zuerst gemeinsam die Heian-Katas. Anschließend sollte dann jeder seine nächste Prüfungskata laufen und Maxi gab uns den Auftrag, diese Kata im Kopf in sieben Abschnitte zu teilen. Danach verteilte Maxi sieben Pylonen im Dojo und markierte damit verschiedene Trainingsbereiche.
Nun begab sich jeder zu einem Bereich und lief den ersten Teil seiner Kata. Nach fünf Minuten wechselten wir im Uhrzeigersinn und der nächste Abschnitt war dran. Als hauptsächliches Hilfsmittel halfen uns dabei die großen Spiegelwände, in welchen wir uns selbst beobachten und uns dann korrigieren sollten. Zusätzlich ging Maxi durch die Reihen und verbesserte hier und dort, aber unser wichtigstes Hilfsmittel waren die Spiegel. Wir hatten also für jeden Teil unserer Kata fünf Minuten Zeit, diesen selbständig zu wiederholen und zu verbessern.
Am Ende zeigte dann jeder seine Kata einzeln vor den prüfenden Blicken der anderen.

Mittwoch
Am kommenden Samstag richtet der Tonbo-Dojo den diesjährigen Dojo-Leiter-Tag des DJKB aus und so trafen wir Helfer uns gestern hauptsächlich zur Planung dieses Events.
Im Anschluß wurde dann noch individuell trainiert. Für mich standen damit ein paar Dehnungs- und Kraftübungen auf dem Plan sowie Makiwara und die Kata Empi vor der Spiegelwand.
 
Freitag
Nach einer kurzen Erwärmung und Dehnung stand die Kata Kanku Dai im Mittelpunkt des Trainings. Zuerst liefen wir die Kata einmal auf die Zählzeiten von Lukas, welcher sich die Kata ansah und dann wußte, was wir verbessern mussten. Mit Lukas hatten wir heute einen der ambitioniertesten Kataanhänger des Vereins als Trainer, welcher mit uns die Kata in einzelnen Passagen trainierte. Dabei erläuterte er Stück für Stück die Techniken und Übergänge und ließ uns diese immer wieder laufen.
Zum Ende liefen dann ein paar Mitglieder paarweise Heian-Katas gegeneinander auf Wettkampfniveau als Training für die kommenden deutschen Meisterschaften, die anderen saßen in den Ecken als Kampfrichter und gaben ihre Wertungen ab.
Wer nach dem Training nicht gleich gehen musste, blieb im Dojo und lief nochmals Kanku Dai.