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Sonntag, 7. Juni 2026

Wettkampf-Lehrgang mit Jonathan Mulolo

Die Waden krampfen, die Fußsohlen schmerzen und ich bin völlig erschöpft, denn ich habe den härtesten Lehrgang hinter mir, an welchem ich jemals teilgenommen habe. Aber es war ein tolles Erlebnis. Freitag und Samstag ging es nach Berlin-Bohnsdorf zu Dorian Hartmann und seinem Karateverein Rotfüchse Berlin e.V., welche den belgische Karateka Jonathan Mulolo für einen Wettkampf-Lehrgang eingeladen hatten. Jonathan war 11x belgischer Meister und 10x Europameister, seit kurzem trainiert er das belgische Nationalteam und so kamen viele der Berliner JKA-Wettkämpfer, um von einem der Besten zu lernen. Und von denen war ich auch noch der älteste Teilnehmer, das hatte ich so auch noch bei keinem Lehrgang.
Die Trainingszeiten waren am Freitag von 17:30 - 19:00 Uhr und 19:00 - 21:00 Uhr. Am Samstag von 10:00 - 12:30 Uhr und 13:30 - 15:30 Uhr, also mit bis zu 2,5 Stunden für eine Einheit schon sehr lang.
Das Freitagstraining war intensiver und härter als eine normale Trainingseinheit, war aber noch nichts gegen den folgenden Tag.
Am Samstag teilte uns Mulolo Sensei mit, dass es nun definitiv härter wird und wir jetzt wie das belgische Nationalteam trainieren werden. Und so wurde es auch, sehr gut, aber anstrengender als ich es mir je vorgestellt hätte.
Schwerpunkt des Lehrgangs war Wettkampf-Kumite. Distanz, Bereitschaft, Schnellkraft, den Gegner beobachten, sehen und agieren. Zu Beginn jeder Einheit eine ordentliche Erwärmung mit Lauf- und Sprintübungen, Circletrainings, vielen Situps, Burpees, Liegestütze, allein am Samstag über 70 Minuten Kondition im ersten Training.
Wir arbeiteten hauptsächlich mit Kizami Zuki, Gyaku Zuki und Mawashi Geri, einzeln, als Zweier- oder Dreierkombination, Abstand verkürzen, angreifen, dabei Zukis vorschnellen lassen und schnell wieder zurückziehen. Was gibt den Ippon, also die Punkte im Kampf. Dazu passende Abwehr mit Te Nagashi Uke und Nagashi Uke und entsprechende Konter mit Gyaku Zuki oder einer Zukifolge, im Go no sen und sen no sen und immer mit Zanshin. Jonathan Mulolo erklärte, zeigte vor, half und korrigierte und ließ uns wiederholen und wiederholen. Die Trainings mit Partner wurden ausschließlich mit Zahn- und Faustschützern durchgeführt, einfach sicherer, wenn man so am Limit agiert.
Nach jeder Einheit wurden mehr Füße verbunden aufgrund der vielen Blasen und das Auftreten und Gehen wurde immer schwerer. Das Niederknien zum Seiza in der letzten Einheit muss von außen fast lustig gewirkt haben und am Ende hatte kaum noch jemand einen sauberen Gang.
Danke an die Rotfüchse Berlin und Mulolo Sensei für diese lehrreiche und intensive Erfahrung, welche man bestimmt nicht so schnell vergisst.