Montag, 22. Dezember 2025

Jahresrückblick 2025

Jahresrückblick
Ein aus Karate-Sicht für mich sehr spannendes Jahr geht langsam zu Ende. Gefühlt mal wieder viel zu schnell, aber das sagen wir doch alle über jedes Jahr, oder?
Die Anzahl der von mir besuchten Lehrgänge war in diesem Jahr recht überschaubar, dafür aber sehr intensiv und lehrreich: im Februar Wintercamp des JKA-Berlin mit Dirk und Pierre Leiding, im Juni beim Fujinaga-Dojo mit Shimizu Sensei und im September zu Gast beim Keiko Dojo zum Lehrgang mit Andre Bertel.
Es geht mir ja auch nicht darum, so viele Lehrgänge wie möglich zu besuchen, dafür sind der zeitliche Aufwand und oftmals auch die Kosten zu hoch. Eher sollen Lehrgänge eine Bereicherung sein, mein wöchentliche Training unterstützen und die Sicht etwas erweitern und dieses Jahr passten diese Lehrgänge für mich sehr gut.
Der für mich wichtigste Punkt in diesem Jahr aber war mein Vereinswechsel zum Tonbo Dojo nach Berlin-Johannisthal. Nachdem im Sommer bekanntgegeben wurde, dass die Karateabteilung des PSV Olympia in seiner jetzigen Konstellation aufgelöst wird, viel die Entscheidung anfangs nicht so leicht, welchen Weg ich nun gehe.
Gern wäre ich, statt bisher freitags, komplett zu Dorian und den Rotfüchsen nach Grünau gewechselt, da ich ihn und sein Training sehr schätze. Leider fallen die recht frühen Trainingszeiten an den anderen Tagen teilweise in meine Arbeitszeiten und ein gesichertes mehrmaliges Training pro Woche einfach nicht möglich.
Dorian selbst empfahl mir zu dieser Zeit den Tonbo Dojo, bei welchem er selbst hin und wieder mittrainiert. Inzwischen bin ich nun seit vier Monaten dabei und kann sagen, ich bin richtig gut angekommen. Zeitlich könnte ich an fünf Tagen in der Woche trainieren, das Trainerteam ist super, die Mitstreiter haben mich toll aufgenommen und das Training selbst ist einfach top. Hohes Niveau, schnell und kraftvoll. Die Einstellung ist so, dass nach Trainingsschluss kaum jemand sofort in den Umkleideraum geht, sondern Techniken nochmal durchgegangen werden, offene Fragen besprochen werden und man geht auseinander, wenn jeder sein Häkchen an das Training setzen kann.

Allen Lesern wünsche ich jetzt erst einmal schöne Weihnachtsfeiertage, kommt gut ins neue Jahr und bleibt gesund. Im Januar geht es dann weiter, vorausgesetzt mein gebrochener Zeh lässt das Training wieder zu.
Ossu!

Mittwoch, 10. Dezember 2025

KW 50, Stark gefordert, nächste Verletzung

Montag
Neben Maxi als Trainer waren wir gestern nur drei Teilnehmer und es wurde wieder richtig gut, denn wir drei standen komplett im Focus des Trainers.
Erwärmung:
Zwei Personen (Konstellationen wurden durchgewechselt) begannen mit Reaktionstraining. Locker aus der Bewegung in Kamae heraus sollte erst versucht werden, den Partner an Schulter oder Knie zu berühren. Anschließend ging es mit Randori weiter. Währenddessen beschäftigte sich immer die freie dritte Person in ZK mit Gyaku Zuki am Makiwara.

Danach arbeiteten wir uns an der Kata Hangetsu ab.
Zuerst gingen wir mehrmals den Ablauf der Kata durch.
Dann trainierten wir bahnweise in Hangetsu Dachi vorwärts mit Uchi Uke / Gyaku Zuki. Besonders anstrengend fand ich dabei alleine schon die Fußstellungen und die nach innen gerichteten Knie und die Spannung in der Leiste.
Maxi kontrollierte sehr streng mit Stock in der Hand die Spannung im gesamten Körper.
Danach liefen wir wieder die Kata mit besonderem Augenmerk auf die Atmung, welche besonders bei den langsamen Bewegungen tief und kräftig sein soll.

Kihon:
- Yoko Geri Kekomi,
- Yoko Geri Keage,
Maxi: "Yoko Geri kann man nicht genug trainieren."

Zum Ende war dann noch etwas Abhärtung dran:
Zwei Partner in kurzer Distanz zueinander in Shizentai:
1.
Soto Uke, Gedan Barai und Uchi Uke.
Jede Kombi beide mit der gleichen Unterarmen aufeinander: links, rechts, links,...
2.
Immer abwechselnd zwei kräftige Fauststöße im Bereich Brust/Bauch.

Die dritte Person war wieder mit Gyaku Zuki am Makiwara.


Mittwoch
Zu meiner Freude traf ich in der Umkleide auf Dorian, meinem ehemaligen Trainer bei den Rotfüchsen in Grünau, welcher heute bei uns mittrainieren wollte. Das nutzt er gelegentlich sehr gerne, denn das Level im Braun-/Schwarztraining ist schon recht hoch aufgrund der Ansprüche von Andi als Stützpunkttrainer Nordost des DJKB, der Erfahrung unserer Schwarzgurte und dem Können der jungen Kaderleute.
Das Training übergab Andi an Jonny, welche nach vier Wochen sehr intensiven JKA-Trainings in Japan wieder zurück war und uns eine solche Trainingseinheit gab.

Kihon:
Diverse 2er- bis 4er-Kombinationen, jeweils 5 Wiederholungen, druckvoll nach vorne, aber trotzdem sauber.

Kata:
- Heian 1 - 5, Tekki Shodan,
Jede Kata einmal mit Zählzeiten, dann 100 % jeder für sich, zuletzt lief dann jeder noch seine Lieblingskata.

Kumite:
Beide Partner 2m Abstand zueinander, P1 in Shizentai macht einen Schritt nach vorne, P2 in Jiyu Kamae kommt trifft P1 bevor der Schritt vollendet:
- Kizami Zuki,
- Gyaku Zuki,
- Kizami Zuki, Gyaku Zuki oder Kizami Zuki / Gyaku Zuki,

Jonny erklärte uns sehr viel, was seine Trainingserfahrungen in Japan betreffen. Zu jeder Technik gabe es Hinweise, worauf kommt es an, wie setzt man den Druck nach vorne um, welche Unterschiede gibt es in den Umsetzungen der Katas.

Danach saßen wir noch eine Weile im Dojo zusammen, besprachen das Training und dies und das.

Freitag
Wir begannen mit ein paar Runden Randori mit wechselnden Partnern und beim letzten Trainingskampf stieß mein Partner mit seinem Fuß gegen meinen. Ein kurzer Schmerz im großen Zeh, Training konnte aber weitergehen.
Dann liefen wir viele Bahnen mit kurzen 2er- und 3er-Kombinationen, jeweils 5 Wiederholungen. War Andi die Bahn nicht kraftvoll genug, wurde diese noch einmal gelaufen, sind schließlich nicht nur zum Spaß dort.

Diese Trainingseinheit war etwas verkürzt, denn Werner vom SV Alemania Forst wollte mit uns seinen bestandenen ersten Dan feiern. Zwischen dem Tonbo Dojo und den Forstern besteht eine freundschaftliche Verbundenheit, denn es ist Andis Heimatverein und er unterstützte Werner bei den Vorbereitungen zur Dan-Prüfung.
Da Werners Karateweg ursprünglich in den 1980ern begann, konnte er so einiges erzählen aus den Anfängen des Karate in der ehemaligen DDR, in welcher Karate eher verdeckt trainiert wurde. Toller Typ mit spannenden Geschichten. Man sieht sich bestimmt beim nächsten Lehrgang.

Nach dem Training machte sich mein Zeh wieder bemerkbar. Da dieser inzwischen zum Teil blau angelaufen ist, ahnte ich nichts Gutes und der Arzt in der Notaufnahme konnte dieses am nächsten Tag nach dem Röntgen bestätigen, Zeh gebrochen.


Donnerstag, 4. Dezember 2025

KW 49, Training für den Weihnachtsmarkt

Mittwoch
Für das Montagstraining war ich leider nicht fit genug und musste pausieren, dafür ging es am Mittwoch  anspruchsvoll weiter.
Kihon:
- aus Kamae vor Kizami Zuki,
- aus Kamae vor Kizami Zuki / Gyaku Zuki,
- aus Kamae vor Kizami Zuki / Gyaku Zuki, Mawashi Geri,

Pratzentraining zu dritt:
1.
Zwei Personen mit jeweils einer Handpratze, eine Person mittig. Mit YA Kizami Zuki zur ersten Pratze, 180°-Drehung und mit YA Kizami Zuki zur zweiten Pratze.
2.
Zwei Personen mit jeweils einer großen Pratze zur Mitte gehalten, eine Person mittig. Mit YA Gyaku Zuki zur ersten Pratze, 180°-Drehung und mit YA Gyaku Zuki zur zweiten Pratze.
3.
Zwei Personen mit jeweils einer großen Pratze zur Mitte gehalten, eine Person mittig. Mit YA Kizami Zuki / Gyaku Zuki, Mawashi Geri zur ersten Pratze, 180°-Drehung und mit YA Kizami Zuki / Gyaku Zuki, Mawashi Geri zur zweiten Pratze.
Hierbei gehen die Zukis in die Luft und der Mawashi Geri auf die Pratze.
4.
Die beiden Pratzenhalter entscheiden spontan, wie sie die Pratze halten: Jodan oder Chudan zur Mitte bzw. Chudan zur Seite. Je nach Richtung der Pratze muss der aktive Partner entsprechend agieren: Kizami Zuki (Jodan) oder Gyaku Zuki (Chudan) oder Kizami Zuki / Gyaku Zuki, Mawashi Geri.
5.
Eine Person mit 2 Handpratzen, Arme seitlich ausgestreckt, auf Kommendo stießen die beiden anderen Personen mit Kizami Zuki zur Pratze, Pratzenhalter zeigt an, wer von beiden schneller war.

Zum Abschluss noch etwas Reaktionstraining. Dazu stellten wir uns im großen Kreis auf und warfen mit Aufpraller mehrkugligen Reaktionsbälle (vier waren im Spiel) zu den Mitspielern, welche die fangen mussten.

Zu Hause habe ich dann meine Schienbeinprellung von vergangener Woche wieder gekühlt, da durch die Mawashi Geris auf die Pratze die Schwellung stärker wurde.